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BeitragVerfasst: 10.04.2019, 18:31 
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Flocke
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Meine Lieben,
Ich würde gern einen Stoff aus Kammgarn weben, d.h. ein glattes und evtl. leicht glänzendes Gewebe.
Das Garn dafür muß ich auch erstmal spinnen - aber aus welcher Schafrasse?
Ich hatte gelesen, daß man dafür traditionell langstapelige, glänzende Wolle wählte, aber da dieser Text englischsprachig war, waren auch die genannten Rassen alles englische. Die sind hier teils schwer bis gar nicht zu kriegen und/oder recht teuer, oder ich habe sie schon ausprobiert: Perendale, Romney, Wensleydale.

Aber es muß doch auch auf dem Kontinent geeignete Rassen geben. Nur welche?
Ich bitte um Ideen!


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BeitragVerfasst: 11.04.2019, 08:12 
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Navajozwirn
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Kammgarn wird wie der Name schon sagt aus Kammzug gesponnen, während Streichgarn aus "gestrichener" Wolle, also kardierter Wolle gesponnen wird. Kammgarn wird im kurzen Auszug gesponnen und es eignen sich dafür alle langfaserigen Fasern, wohingegen Streichgarn im langen Auszug gesponnen wird und vornehmlich kurze Fasern verwendung finden.

Folgende englische Kammzüge bekommst du bei World of Wool, z.B. BFL, Teeswater, Wensleydale, Masham, Shetland, Cheviot, Romney, Southdown, Manx Loaghtan, Whiteface Woodland, Suffolk, Dorset Horn, Devon, Welsh, Swaledale, Jacob, Herdwick. Und die sind weil es robuste Wollen sind nicht wirklich teuer.

Da der Brexit bis 31. Oktober verschoben wurde kannst du noch beruhigt dort bestellen.

Ich weiss ja nicht welches Gewebe dir vorschwebt und für welchen Zweck.

_________________
Mein neuer alter Blog: http://halessa.blogspot.com
Die Walther-Warteliste


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BeitragVerfasst: 11.04.2019, 09:18 
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Mehrstufenzwirn
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Einen Großteil davon gibt es aber z.B. auch beim Wollschaf.
https://das-wollschaf.de/


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BeitragVerfasst: 11.04.2019, 11:55 
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Danke euch, aber das war nicht meine Frage.
Vielleicht habe ich mal wieder zu viel getextet.

Also, das Ziel ist ein glattes, unfluffiges Gewebe. Denkt an hochwertige Anzugstoffe. Die haben manchmal auch einen leichten Glanz.

Nach dem, was ich bisher gelesen habe, eignen sich bestimmte Wollsorten dafür besser als andere: langstapelige, glänzende.
Klar, man kann Kammgarn aus allem spinnen, was zum kämmen lang genug ist, aber ein glattes und leicht glänzendes Gewebe wird da nicht unbedingt draus.

Die zentrale Frage ist: welche nicht englischen Schafrassen kämen in Frage?


P.S. Gotland steht schon auf meiner Liste. Was mich auf noch eine Einschränkung bringt: zwengs färben brauche ich weiße Fasern.


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BeitragVerfasst: 11.04.2019, 16:01 
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Nicht-englisch wird echt schwierig. Für glatt und etwas glänzend hätte ich BFL gesagt, oder wenn's auch glatt, glänzend und etwas rauher sein darf, dann Wensleydale.
Als Wensleydaleersatz vielleicht Walliser Schwarznasen? Die sind aber schon ziemlich borstig, aber extrem niedlich. Mit den Heidschnucken kannst du schöne glänzende Topfkratzer produzieren. Ganz alter Typ von Leineschafen könnte gehen, die neuen sind allerdings mit kurzer, stumpfer Wolle.
Es gibt das mysteriöse "Elfenschaf", irgendeine Milchschaf + keine Ahnung Kreuzung, die gelegentlich spontan feinere Wolle als üblich produziert.

Gibt hier eben viel mehr Fleischschafe mit ihren kurzen, stark gekräuselten Wollen, super für Socken, aber glänzend sind die nicht. Es gibt schon auch eine Menge an Rassen mit doppelter Wolle, bei denen ist die Unterwolle sehr schön, aber eben auch wieder weich, warm, und eher zum Kardieren als zum Kämmen geeignet. Die glatten Deckhaare reichen von "das piekt jetzt aber schon" bis Besenborsten.

Wie hautkontaktfreundlich muß das ganze denn werden? Für einen Teppich wäre Schnucke super, Unterwäsche daraus wäre eher ein Folterinstrument.

Alternativ, gar kein Schaf sondern Mohair. Glänzt, so glatt daß es flutscht wie gebuttert, und handgesponnen produziert nicht mal Kidmohair diesen extremen Flausch wie bei Industriewolle. Für den Effekt muß man handgesponnene Garne ziemlich heftig bürsten.


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BeitragVerfasst: 11.04.2019, 18:59 
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Kammzug
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Ich denke auch, dass es kaum nicht-englische Rassen als klassische Longwool-Schafe gibt. Das "richtige" Kammgarn ist meines Wissens eine englische Erfindung, die zugehörigen Schafe wurden entsprechend in GB gezüchtet und bringen im dortigen Klima auch die optimale Wollqualität.
Allerdings werden etliche dieser Rassen auch auf dem Festland gezüchtet. Das eröffnet die Möglichkeit, nach entsprechender Recherche auf dem Kontinent, teils sogar in Deutschland, beim Schäfer die wolle ab Schaf zu kaufen und händisch zu kämmen - was für das richtig echte original Kammgarn ja die perfekte Variante ist (aber natürlich entsprechend mehr Arbeit macht, als fergigen Kammzug zu kaufen).

Wenn es dir nur darum geht, Fasern für einen hochwertigen Anzugstoff zu bekommen, würde ich wie Asherra an BFL denken - ist zu einem vernünftigen Preis als fertiger Kammzug auch zb. beim Wollschaf zu bekommen. Oder ganz klassisch Cotswold, da habe ich letztes Jahr Rohwolle von Minke Haan (Wool&Vintage) bekommen. Ist natürlich auch wieder englisch...


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BeitragVerfasst: 12.04.2019, 01:37 
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Ha, danke, jetzt habe ich mich offenbar klar genug ausgedrückt. Ich denke nicht immer an alles, was ich erwähnen sollte. Und da hat Asherra wichtige Fragen gestellt.

Übrigens, falls jemand von euch auf Ravelry dieser Tage eine sehr ähnliche Frage gesehen hat: Das war meine. Weil die Rassen, die man mir dort empfahl, allesamt englische waren, dachte ich mir, daß das vielleicht daran lag, daß es eine englischsprachige Gruppe war.

Laßt mich mal mit Adam und Eva anfangen.
Ich reenacte und beschäftige mich viel mit textilen Themen des 18. Jahrhunderts. Dabei stolperte ich über sehr glatte Wollstoffe, die ich anhand des Fotos zuerst für Seide gehalten hatte. Natürlich habe ich keine Ahnung, wie die sich anfühlen, ob sie weich sind oder kratzig, steif oder fließend... Und dann erfuhr ich, daß aus Wolle sogar Damaste und Brokate gewebt wurden. Gar so weit geht mein Ehrgeiz nun nicht, aber so ein gestreifter leinwandbindiger... *fingerabschleck*
Ach ja, und der Ort, der für diese Damaste und Brokate berühmt war, war Norwich. England...

Inzwischen Frage ich mich, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen den Schafrassen und diesen "Seiden für arme Leute". Haben die Weber in Norwich deswegen solche Stoffe gewebt, weil die regionalen Rassen eben solche Wolle hatten? Hat sich vielleicht gar ein findiger Verleger überlegt, wie man diese eher groben Fasern am besten vermarkten kann, ähnlich wie bei Islandpullis? Oder wurden die Longwools speziell gezüchtet, weil die Weber solche Garne nachfragten?

Aber das sind alles nur Fragen, die entstehen, weil mich neben den Fasern und Garnen auch die historische Textilproduktion interessiert, die Zusammenhänge des wirtschaftens.

Letzten Endes geht es mir immer noch vor allem darum, so einen Stoff nachzuweben und das geeignete Garn dafür zu spinnen. Wenn ich dafür englische Wolle kaufen muß, dann ist das halt so. Aber es hätte ja sein können...

An doppelwollige hatte ich schon gedacht, aber bei den Isländern, Ouessants und Schnucken, die ich bisher ausprobiert hatte, war das Langhaar schon extrem drahtseilartig. Der Stoff, auf den ich aus bin, wird zwar keinen Hautkontakt haben, aber ich hatte mal davon Abstand genommen, einen Stoff aus Ouessant-Tog zu einer Tasche zu verarbeiten, weil ich ihn durch eine Jeans kratzen spürte. Autschn!


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BeitragVerfasst: 12.04.2019, 10:49 
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Mehrfachzwirn
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England war einfach DAS Zentrum der Wollproduktion, schon seit den Römern.
In den meisten Teilen der Inseln ist das Klima wunderbar für Schafe, und auch empfindlichere Rassen gedeihen gut. Anscheinend hat die Pest geholfen, die Schafe haben der dezimierten Bevölkerung einfach die Felder leer gefressen und sich rasend vermehrt: https://www.sheepcentre.co.uk/wool.htm

Norwich hatte wohl keine Möglichkeit, Stoffe mit Hilfe von Wassermühlen zu walken wie die anderen Gegenden, also haben sie Schafe und Garne produziert, die ohne Walken toll aussehen. Da kommt das BFL ins Spiel.

Noch mehr Nachtrag... Schau mal, ob du bei den historischen Stoffen die Garnstruktur erkennen kannst. Ein glattes Einfachgarn mit relative wenig Drall streut das Licht nicht so in alle Richtungen wie ein gezwirntes Garn. Wie bei den Seiden auch, aus den Haspelseiden ohne Drall werden die schimmerndsten Stoffe.


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BeitragVerfasst: 12.04.2019, 18:01 
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Boucle
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Ich habe ja Thônes et Marthod, und die glänzen schön. Sind allerdings auch ziemlich stachlich (was sich aber im Lauf des Tragens gibt - oder frau gewöhnt sich dran - ich habe mein Heidetuch Tuch geliebt. Bis es mir letzten Herbst jemand vom Rücken weg gekauft hat...) Ich kardiere meistens Unterwolle und Deckhaar zusammen und verspinne im unkategorisierten Auszug, aber ich denke, man könnte auch kämmen. Genau genommen habe ich zwei Vliese auf dem Speicher liegen, die drauf warten, dass ich Lust auf kämmen habe... Die Rasse könnte ich mir also für das, was dir im Sinn schwebt, vorstellen.

Und jetzt der Witz: Für mich sind Thônes et Marthod und Walliser Schwarznasen praktisch die gleiche Rasse, oder schlimmstenfalls Cousins. Walliser sollen aber die schönere Wolle haben (ich hab' nur noch kein Vlies davon verarbeitet, und nach Proben kann man wahrscheinlich nicht gehen, weil die Vliese sehr unterschiedlich sind von Hals bis Hinterhand). Da's Walliser in Deutschland gibt, könntest du da nach einem Schäfer suchen, so du von der Rohwolle an selbst arbeiten willst.

BFL dürfte aber die weichere Variante sein...

Ciao, Klara


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BeitragVerfasst: 14.04.2019, 17:13 
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Kammzug
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Amalie, doppelwollige willst du für klassisches Kammgarn nicht nehmen, denke ich. Die Textur des Deckhaares ist doch nochmal ganz was anderes als die von longwool-Rassen. (Obwohl es bei den Islangschafen tatsächlich Lammvliese gibt, bei denen auch das Deckhaar sensationell ist. Aber die dürften eher nicht die Quelle für Stoffe des 18. Jahrhunderts gewesen sein.)

Spannendes Thema!


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BeitragVerfasst: 15.04.2019, 13:42 
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Flocke
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@Asherra

Danke für diese Zusatzinfos!
Asherra hat geschrieben:
Norwich hatte wohl keine Möglichkeit, Stoffe mit Hilfe von Wassermühlen zu walken wie die anderen Gegenden, also haben sie Schafe und Garne produziert, die ohne Walken toll aussehen. Da kommt das BFL ins Spiel.


Das ergibt absolut Sinn.
Inwiefern kommt BFL ins Spiel? Als klassische longwool hatte ich die nämlich nicht abgespeichert. Aber mir scheint, Du hast Dich da mal ordentlich belesen, und falls Deine Quellen sagten, für die worsteds aus Norwich sei viel BFL (wirklich BFL, nicht etwa Leicester Longwool? will nur sichergehen) verarbeitet worden, dann wäre ich überhaupt nicht traurig, daß ich dann eine doch eher weiche Faser verarbeiten müßte. ;)

Ob historisch eher Zwirn oder Singles verarbeitet wurden, konnte ich noch nicht herausfinden. So gut sind die Fotos nicht, und so einen Stoff in die Finhger zu kriegen ist nicht leicht. Das gehört zu den Dingen, die ich noch rausfinden muß, aber das hat Zeit. erstmal muß ich ja die richtige Faser finden und dann einige Kilometer spinnen.
Momentan arbeite ich allerdings mit der Hypothese, daß Singles verarbeitet wurden, einfach weil (a) das bei anderen Faserarten auch die üblichere Variante war und (b) eben jener Überlegung zum Thema Glanz. Gar nicht zu spinnen, wie bei Haspelseide, ist ja nun leider keine Option... Aber das halte ich auch für den Grund, warum longwool: Weniger Drall nötig. Das müßte dann doch aber gegen BFL sprechen? Berühmt lang sind die ja nicht.


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BeitragVerfasst: 15.04.2019, 14:06 
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Boucle
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Wenn du mehr über englische Stoffe wissen willst, wäre vielleicht die Online Guild interessant für dich? http://www.onlineguildwsd.org.uk/

Ciao, Klara


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BeitragVerfasst: 15.04.2019, 20:52 
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Quellen jetzt auch noch? :fear: Ich find ja schon nicht mehr wieder, welche Seite das mit den fehlenden Wassermühlen war. Aber zur Beruhigung, um 1750nochwas waren Leicester Longwool und BFL sowieso noch eins. Und ja, BFL ist "Longwool". Hat mehr was mit den gewellten, glatten, gleichmäßigen Fasern zu tun als mit der tatsächlichen Länge. Aber klar, so ein 30cm Stapellängenmonster von Leicester Longwool kommt mit noch weniger Drall aus, als die 10-15cm beim BFL.


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BeitragVerfasst: 23.04.2019, 14:49 
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Ich habe das lange Wochenende genutzt, um noch weiter zu recherchieren. Dabei fand ich ein altes Buch auf archive.org, das die Geschichte der englischen Wollproduktion zum Thema hatte.
Im Kapitel über die worsteds des 18. Jh. werden eher Regionen als Schafrassen genannt, aber oft sind die Rassen ja nach einer Region benannt... Ich konnte Teeswater, Lincoln und Leicester ausmachen. Und Cotswold, glaube ich? Aber die kriegt man ja eh nicht spinnfertig, also ist das erstmal unerheblich.
Wenn Leicester Longwool und BFL damals noch dasselbe waren, gehe ich davon aus, daß die Wolle damals völlig anders war als heutiges BFL. Das ist ja auch so ein Problem: Daß die Rasen sich über die letzten 250 Jahre zu sehr verändert haben könnten, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich in dieser Zeit so stark verändert haben.

Faserproben sind unterwegs. Mich juckt es seit Karfreitag so in den Fingern...


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BeitragVerfasst: 23.04.2019, 20:48 
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Jetzt habe ich sogar noch ein Buch von 1805 entdeckt, das die diversen englischen Schafrassen behandelt.
Damals gab es definitiv schon länger das heutige BFL, das sich deutlich vom "Old Leicester" unterschied. BFL befand der Autor als zum kämmen zu kurz. Romney wird erwähnt; zu der Zeit wurde ihm die Langwolligkeit anscheinend gerade weggezüchtet.
Mein Eindruck war also richtig: zu kurz, zu fein, zu gekräuselt.
Wensley kommt gar nicht vor, weil es das noch nicht gab.
Bleiben Teeswater und Lincoln.


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