welchen Wollkamm??

Fasern waschen, zupfen, kämmen, kardieren und mischen

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Chrispinn
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welchen Wollkamm??

Beitrag von Chrispinn » 03.03.2013, 16:11

Hallo,

Ich hab das Problem, dass sich in der Schafwolle, die ich mir immer hole, soviel kleines Holzfusselzeug befindet. Das Auskämmen dauert immer so ewig lang.... und das bisschen saubere Wolle ist dann null komma nix versponnen. Eigentlich brauch ich viel mehr Zeit zum Wolle vorbereiten als zum Spinnen selbst.
Geht`s auch schneller? Mit welchem Wollkamm bzw anderem Gerät komme ich diesem Kleinholz in der Wolle am besten bei?

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Asherra » 03.03.2013, 16:16

Schnellste Lösung: raus schmeißen und saubere Wolle besorgen.
Ansonsten mehrreihige Kämme mit ordentlicher Kapazität. Meine Wollwolfschen Kämme kommen auch mit sehr kurzer und feiner Faser zurecht (z.B. Kamel), aber es paßt halt nicht viel drauf. Mehr als 10gr ist nicht.

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von thomas_f » 03.03.2013, 16:53

Die Faservorbereitung ist oft/meist(?) aufwändiger als das Spinnen, je nach dem, was man vom Spinnfutter erwartet. Je besser vorbereitet, desto schneller versponnen. Eine Möglichkeit: dünner spinnen ;) . Irgendwo gabs doch den Spruch: Sieben Leute, die die Fasern vorbereiten, arbeiten einem Spinner zu, sieben Spinner einem Weber ...

An Kämmen liebe ich meine von Wingham Woolwork, nicht billig, aber mir scheint ( :!: subjektive Einschätzung! :!: ), dass das (für meine Zwecke) die besten sind, die man heute bekommen kann.

Je besser die Wolle gewaschen ist, desto besser rieseln die Fremdkörper raus. Wenn noch reichlich Wachs drin ist, ist es gern mal ein bisschen klebrig. Wem die Faser zum Spinnen dann zu "trocken" ist, der kann bei einem kurzen zweiten Kämmdurchgang etwas nachölen.

Beste Grüße -- Thomas
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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Klara » 03.03.2013, 19:20

Die von Wingham Woolwork sind effektiv, schön und teuer. Von Indigo Hound gibt's auch englische Wollkämme (allerdings aus USA - also mit entsprechendem Porto, Lieferzeit und EUSt.), die sind genauso effektiv, weniger schön und wesentlich billiger.

Mit der Flickkarde gebürstet soll auch das meiste rausfallen, behauptet Sarah Anderson, aber ich hab's noch nicht probiert.

Die billigste Lösung dürfte wirklich eine andere Quelle für die Rohwolle sein. Oder sortiert grosszügiger aus, schon vor dem Waschen: Der meiste Pflanzenkram ist meistens am Nacken, wo's Heu aus der Raufe hinfällt. Das Zeug muss gleich weg, bevor es sich beim Waschen im Rest der Wolle verteilt.

Herzliches Beileid! Klara

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von thomas_f » 04.03.2013, 13:00

die sind genauso effektiv, weniger schön und wesentlich billiger.
Ist das "genauso effektiv" eigene Erfahrung oder Annahme aufgrund der ähnlichen technischen Daten? Wo findet man eigentlich ausführliche Infos über die Indigo Hound-Kämme? Mama Gugl spuckt nicht allzuviel aus.

Nach den Fotos und wenigen Textfetzen, die ich auf die Schnelle gefunden habe, unterscheiden sie sich von den Winghams u.a. durch die Stellung der Zinken (90° zum Griff, dadurch anders ausbalanciert -- Handgelenk?), die verletzungsträchtig mörderischen Spitzen und die niedrige Arbeitshöhe des Stativs (= Tischhöhe).

Beste Grüße -- Thomas
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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Klara » 04.03.2013, 14:00

"Genauso effektiv wie Wingham" ist eine Annahme aufgrund der sehr ähnlichen Daten - für mich sind die Dinger auch nach Teal gebaut, sogar mit verschieden dicken Zinken: 5 Reihen Zinken (davon die längsten ca. 3 mm Durchmesser - die Schieblehre hol' ich nicht auch noch - die kürzeren ca. 2 mm Durchmesser) aus Edelstahl (würde ich sagen, sonst müssten sie einen Anflug von Rost zeigen, so selten, wie ich sie verwende), Zinkenlänge ca. 15, 14, 12,5, 11,5 und 10,5 cm. Kopfbreite 9,5 cm, Zinkenbreite 8 cm (10 von den längsten Zinken). Von den kürzesten Zinken sind dann nur noch 6 da, auf 4,5 cm Breite (ist das "Original"?). Gewicht habe ich glaube ich, schon irgendwo anders geschrieben - sie sind angeblich aus Fichte, sollten also eher leichter sein als die Winghams.

Die Zinken sind NICHT im rechten Winkel zum Griff montiert, sondern mit etwa 75 bis 80 Grad (gemessen - ist bloss nicht so einfach, mit dem Schul-Winkelmesser da ein genaues Ergebnis zu kriegen).

Ich denke, der Hauptunterschied (abgesehen von eventuell Anzahl/Abstand/Länge der Zinken - da fehlen mir die Wingham-Daten; thomas_f, hilfst du aus?) ist die Form des Griffs, der ist gerade wie ein Besenstiel (ca. 2,5 cm Durchmesser). Das Problem Arbeitshöhe regle ich, indem ich sie auf Küchen-Arbeitsplatten-Höhe montiere, nicht auf einem normalen Schreibtisch. Und ja, die Spitzen sind spitz, aber niemand sagt, dass man drauftappen soll (und meine Versicherung deckt mich auch für "gefährliche" Kurse, wenn sie direkten Bezug zur Wollverarbeitung haben). Ausserdem finde ich, dass spitze Spitzen sich besser in die Wolle pieksen als die stumpferen, mit denen ich die Zinken meiner selbstgebauten Minikämme versehen habe.

Zur Effektivität habe ich hier noch ein paar Vergleichsdaten - nur natürlich nicht mit anderen englischen Kämmen, da ich davon keine Sammlung habe:

Ausgangspunkt 4 x 25 g von thomas_fs Blackface Wolle (diesmal nicht die von der ersten Schur), im Moskitonetz normal gewaschen.

1. Trommelkarde: 4'26" gezupft, 4'30" für zwei Mal durch die Trommelkarde, ergibt ein Batt mit 24 g.
2. Handkarden: 9'28" kardieren ergibt 24 g "fluff" (Längsröllchen und Rolags)
3. Indigo Hound Kämme: 10'26" kämmen (nicht nach Teal, aufgeteilt auf zwei Portionen, weil ich nicht alles auf einmal draufgebracht habe) für 21 g Kammzug
3. Minikämme (zweireihig): 9'28", allerdings habe ich nur die erste Portion abgezogen und die zweite gleich von den Kämmen versponnen (geht erstaunlich gut), ergab 21 g Garn

Versponnen habe ich bis jetzt nur die Wolle von den Minikämmen und der Trommelkarde, wobei die Kämme logischerweise das schönere, glattere Garn ergeben haben und ich denke, ich hatte beim Spinnen auch nicht die Jeans voller weisser Stichelhaare (habe allerdings nicht besonders drauf geachtet. Beim Trommelkardenbatt ist mir dagegen aufgefallen dass ich aussah wie normalerweise nicht, wenn ich mit Angora arbeite...

Die Kämmzeit lässt sich mit mehr Übung auch bestimmt noch reduzieren, und überhaupt sind die Zeiten nur meine Erfahrungen an einem Tag mit einer Wolle - um da einen Trend festzumachen, bräuchte man mehr Daten. Also ran an die Handys!

Ciao, Klara

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von thomas_f » 04.03.2013, 19:14

Welche Zinkenspitzenform haben die Indigos denn nun eigentlich wirklich? Hier:

http://store.bountifulspinweave.com/mer ... ry_Code=WC

... sieht das fast wie handgeschmiedet aus, mit langsam zulaufenden Spitzen, die Spitzigkeit oben am spitzen Ende kann man im Bild natürlich nicht fühlen ;)

Hier hingegen:

http://halcyonyarn.com/products/equipment/68900030.html

haben sie ähnlich kurze und kantig angesetzte Spitzen wie die Schönwolffschen, so als seien sie winzige angespitze Bleistifte. Die von Jürgen sind teuflisch scharf, schärfer als für Wolle (und Finger :( ) nötig.

Auf den Bildern sehen die Indigos je nach Perspektive aus, als wären sie etwas oder auch deutlich weniger abgewinkelt als die Wingahms. Teal empfiehlt 70°, kann bei Winghams hinkommen; nachgemessen habe ich bei meinen nicht.

Material: Carbon-Werkzeugstahl (Wingham) vs. Edelstahl (Indigo Hound).

Die Nadeln sind bei den Winghams 157 -- 147 -- 137 -- 127 mm lang (Länge außerhalb des Holzes). Abstand in der Reihe 9mm, Reihenabstand wohl auch, ist schwieriger zu messen. Nadeln pro Reihe 11 -- 10 -- 9 -- 8. Durchmesser ca. 2,5mm.

Die Fassung der Zinken, also der Kopf, scheint bei den Indigos auf den Bildern auch aus Hartholz zu sein, Fichte an der Stelle wäre für mich ein Ausschlusskriterium. Griffe aus Fichte gehen OK, die zylindrische Form eigentlich auch, man will ja nicht in Griffrichtung ziehen wie bei Handkarden sondern quer zum Griff nach oben, unten links oder rechts drücken. Ob der Durchmesser zur jeweiligen Hand passt, ist sicher individuell verschieden. Die Wingham-Griffe sind 34, 30, 34 mm im Durchmesser und 20cm lang. Da man (ich) sie meist eh direkt hinterm Kopf fasst, ist die Länge mehr für die Balance und das Festmachen im Stativ interessant, weniger fürs Greifen selbst. Die Dicke finde ich angenehm, besonders riesige Pranken habe ich nicht.

Beste Grüße -- Thomas
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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Klara » 04.03.2013, 19:54

Die Schönwollfschen Kämme habe ich nie gesehen, aber angespitzte Bleistifte kommt schon hin (hmm, gibt's "Bleistiftspitzer" für Stahlstifte? Damit ginge das Anspitzen wahrscheinlich schneller, leichter und regelmässiger als mit Bohrmaschine und Schleifscheibe) - die, die ich selbst angespitzt habe, sehen ziemlich anders aus. Also eher Halcyon Yarns als Bountiful. Wobei zu Injektionsnadeln noch ein sehr weiter Weg ist...

Ob der Kopf aus Hart- oder Weichholz ist, kann ich nicht sagen, nur, dass die Zinken noch alle festsitzen (wobei die Kämme ja, wie gesagt, kaum benutzt wurden). Andererseits habe ich im Griff einen kleinen Riss entdeckt. Wenn Bountiful schreiben, der Kopf sei aus Ahorn, dann glaube ich das mal.

Die Indigo Hound Kämme sind eindeutig keine Kunstwerke (die Zinken sind auch nicht alle hundertprozentig gleich hoch) - aber Wolle kriegt man damit auch gekämmt. Für Leute wie mich, die den Grossteil der Vorbereitung mit der Trommelkarde machen und die Kämme nur für den Fall der Fälle in Reserve haben wollen, tun sie's allemal (mal abgesehen davon, dass ich meine gekauft habe, bevors die von Wingham gab).

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von shorty » 04.03.2013, 20:19

Bei den Wollkämmen ists ein wenig wie mit Spinnrädern auch.
Individuelle Vorlieben kommen zum tragen, und auch für welchen Einsatzzweck und wie häufiger Gebrauch spielt ne Rolle.
Mir sind die Wingham definitiv zu teuer, gut mögen sie sein.
Ich kämme nicht oft, zudem sind mir die kleinen von Jürgen eh lieber.

Das Problem eingestreute Wolle würde ich jedenfals nur für Wollschmakerl mit Kämmen lösen.
Ansonsten Flickkarde tuts auch, oder eben gleich sauberere Wolle suchen.
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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von thomas_f » 05.03.2013, 13:02

Klar, das ist wie mit anderem Werkzeug auch. Wenn ich meine Handkreissäge einmal im halben Jahr brauche, tuts eine vom Baumarkt. Die Nucken nehme ich in Kauf und für das gesparte Geld habe ich gut andere Verwendung. Für mich ersetzen die Kämme eine Trommelkarde: jedes Fitzchen Rohwolle, das wir verarbeiten, läuft über die Kämme. ImVergleich mit einer Trommelkarde komme ich selbst mit den Winghams preislich noch ganz gut weg.

Die Kämme von Indigo Hound habe ich noch nicht in der Hand gehabt und kann daher nicht sagen, ob die "genauso effektiv" sind wie die Winghamschen. Schönheit? Naja, das ungebeizte lackierte Buchenholz und die Sperrholzgrundplatte sind jetzt auch nicht sooo der Blickfang, aber halt sehr funktional und stabil.

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Chrispinn » 06.03.2013, 20:07

Okay, vielen Dank für die zahlreichen Tipps. Werde zum einen sehen, dass ich die nächste Schafschur nicht verpasse und nehm mir dann vor Ort gleich die Wolle weg, die mir am saubersten erscheint. Ansonsten recherchiere ich über Wollkämme - bis jetzt hab ich alles mit einem doppelreihigen Hundekamm entfuselt. Trommelkarden usw. sind mir auf jeden Fall zu teuer.

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Chrispinn » 06.03.2013, 20:11

Wie wäre es denn, wenn ich in ein normales schmales Stück Holz mehrere lange Nägel in verschiedenen Abständen einfach hineinschlage und die am anderen Ende wieder rauskommen - und ich kreig noch irgendwie nen Griff dran - das müsste doch denselber Effekt haben, oder???

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von shorty » 06.03.2013, 20:17

na ja zu nem Wollkamm ist da aber schon ein Unterschied.
häng gleich mal ein Bild an, weil ich sowas auch habe, zusätzlich zur Kämmstation

schau mal hier
Wie gesagt wenn Du es preislich klein halten möchtest, empfhele ich ne Flickkarde.
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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von Klara » 06.03.2013, 22:08

Ich hab' mir Minikämme gebaut, aber mit Schweisstahl - abgesägt und spitz zugeschliffen (sprich, frau braucht eine Metallsäge und eine Schleifscheibe und eine Bohrmaschine, die die Stäbe an der Schleifscheibe dreht). Das mit dem Holzgriff ist ganz einfach, wenn du den passenden Bohrer hast: Ein Stück Rundholz suchen (Besenstiel z. B.), einen Bohrer mit gleichem Durchmesser (oder ein kleines bisschen kleiner) finden, Loch in dein Holzstück bohren, Griff einsetzen und Stifte bzw. Nägel durch alles schlagen. Der Griff sitzt fürs erste bombenfest. Du kriegst mit der Methode vielleicht nicht den 70-Grad-Winkel zwischen Stiel und Kammzinken hin, aber zum Ausprobieren reicht's alle mal. Wenn du Bastelerfahrung und eine Werkstatt hast, ist es die schnellste und billigste Möglichkeit.

Ciao, Klara

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Re: welchen Wollkamm??

Beitrag von thomas_f » 07.03.2013, 14:11

Für den 70°-Winkel bräuchte man eine Ständerbohrmaschine oder einen Ständer für die Bohrmaschine, dann macht man sich eine Schablone mit dem richtigen Winkel, auf die man das Holzstück für den Kopf legt, und bohrt fröhlich drauf los. Für den Kopf lieber ein Stück dickes Multiplex-Sperrholz statt Massivholz: Das spleißt nicht so leicht. Evtl. zwei Multiplexplatten aufeinanderleimen.

Das kann je nach Aufwand ein recht "professionelles" Gerät werden. Ob der Aufwand ggü. dem Kauf lohnt (Stundenlohn, Material, Maschinen, Job-Satisfaction), ist eine Rechnung, die man nicht nur hier anstellen kann ... ;)

Beste Grüße -- Thomas

PS: Schau auch mal Kattuglas Kämme in ihrem Youtube-Video an.
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