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BeitragVerfasst: 21.08.2016, 09:48 
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Faden
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Umbau alter Ashford Standardflügel auf Sliding Hook

Vorwort:

Hat man ein Ashford Traditional bzw. Traveller 1-fädig ist meist nur ein Standardspinnflügel mit den dazugehörigen Spulen (Ashford Standard Spule SB SBL, max. Länge 115mm, max. Durchmesser 60mm, Bohrungsdurchmesser 6,5mm). Sind die Spule(n) voll muss gezwirnt werden. Nun ist sicherlich klar, die Wollmenge von 2 Spulen geht nicht verzwirnt auf eine Spule der gleichen Dimension.

Nun gibt es zur Lösung des Problems sicher verschiedene Lösungen.

1. Verzwirnen einer Spule mit sich selbst. Genannt Navajozwirnen am Spinnrad
Siehe dazu auch Video z.B.
https://www.youtube.com/watch?v=CwZrjq3UjF4

Geht ja prinzipiell, aber natürlich ist die erreichbare verzwirnte Lauflänge klein. Das System dieses Verzwirnen ist sonst eigentlich nicht schlecht und meine Frau macht es regelmäßig.

2. Kauf eines größeren Spinnflügels 1-fädig mit dazugehörigen Spulen wie z.B. Ashford großer Spinnflügel oder Ashford Jumbo Sliding Hook Flyer bzw. den Ashford Sliding Hook Flyer
Hört sich ja nett an, aber ist nicht ganz preiswert.

3. Umbau eines alten vorhandenen Standardspinnflügel zur Aufnahme von Spulen mit 90 mm Außendurchmesser durch Beschneidung der vorhandenen Holz-Flügelarme und Biegen eigener Schiebehaken wie ausführlich von Borek z.B. hier beschrieben viewtopic.php?f=14&t=27624
(Trevor Tuning Traveller)

4. Umbau eines alten vorhandenen Standardspinnflügel zur Aufnahme von Spulen mit 90 mm Außendurchmesser durch Demontage der vorhandenen Holzflügelarme und der Fertigung/Montage eines Sliding Hook Aufsatzes für den alten Standartspinnflügel.

Mein Umbauvorschlag anbei:
Also dann mal mein Umbau alter Ashford Standardflügel auf Sliding Hook für 90 mm Spulen
Bei mir blieb aus der Sanierung des alten Ashford Traveller ein Standardspinnflügel mit 2 Geschwindigkeiten übrig. Klar war er eigentlich schon aufgearbeitet, aber damit war die beste Basis zum Umbau gegeben. In unserem Haushalt gibt es ja schon diverse Spinnflügel, auch ein Sliding Hook von Ashford, aber ersten war ich neugierig ob es geht und zweitens hat eine nette Bekannte, dass Eingangs geschilderte Problem der Spulenmenge beim Zwirnen.

Vor knapp einem Jahr habe ich sämtliches Feilen/Sägen an meinen Spinnrädern völlig ausgeschlossen. So ändern sich die Zeiten und eine Menge Bastler im Forum sind „schuld daran“.

Schritt 1 Material und Anzeichnen
Schaut man sich einen normalen Sliding Hook an, stellt man fest, eigentlich ist das „nur eine Brücke“ mit 2 eingeklebten Stangen auf den Wirtel gesetzt wurde. Hört sich einfach an, ist aber beim Eigenbau nicht ganz einfach.
(Man kann dabei jede Menge Schrott herstellen, was ich auch getan habe. Lehrreich war es auf jeden Fall. Damit die Fehler nicht weiter gemacht werden, habe ich sofern sie dann passiert sind, diese schon mal mit aufgeschrieben!)

Zum Sliding Hook gehören dann auch noch 2 Stück Schiebehaken, wobei von Anfang an feststand, meine Konstruktion muss und soll Original-Ashford-Schiebhaken tragen. Damit war der Außendurchmesser des zu kaufenden Alurohrs mit 8 mm schon unausweichlich festgelegt.

Die Brücke ist im Original aus Buche mit einer Stärke von 18 mm. Also in Baumarkt gerannt und aus einem Abfall von Buchensperrholz d=18 mm ein Streifen von 47 mm Höhe absägen lassen (dies ist die Endhöhe der Brücke und damit spart man sich oben und unten die Sägeschnitte zu Hause, auch ist das Streifen wirklich parallel). Ich hatte natürlich nicht an die richtige Endhöhe beim Zuschnitt gedacht, was erheblich mehr Arbeit machte!! Die Länge des Streifens ist je nach Anzahl der herzustellenden Brücken zu wählen.

Also ist folgendes Material zu beschaffen:
• Buchensperrholz Dicke 18 mm als Parallel-Zuschnitt mit Breite von 47 mm (schon korrigiertes Maß) und 500 mm Länge mit 0,78 Euro
• 1 m Aluminiumrohr Außendurchmesser 8mm mit 1,85 Euro
• 2 Stück Original-Ashford-Schiebhaken a ca. 5 Euro (werden später bestellt, zum Ausprobieren müssen meine vorhandenen herhalten), gesamt 10 Euro

Nun das Brett auf den Tisch, Zirkelkasten, Messschieber, Anschlagwinkel und Bleistift geholt und auf dem Brett 3 Stück Flügel (siehe Fotos) gezeichnet. Oberteil der Brücke wurde ähnlich wie Ashford geschwungen. Unten wurde an den an einen Schmetterling erinnernde Form verzichtet. Hier wurde eigentlich ein Rechteck konstruiert und dann mit Radienschablone die Rundungen eingesetzt.

Dieses Zeichnen dauert eine Weile. Alle Maße wurden von der Mittellinie des Flügels mit Zirkel konstruiert. Dies gleich jeweils mit dem richtigen Maß an allen 3 Flügelrohlingen. Die Sacklöcher der Bohrungen wurden so ebenfalls angezeichnet und dann später mit einem Anschlagwinkel auf die zu bohrende Stirnfläche projiziert. Auf der Stirnseite wurde die Mitte einfach durch auszählen der Sperrholzschichten festgelegt und dann mit einem Nagelbohrer dauerhaft vorgebohrt.

Damit es beim nächsten Mal schneller geht, wurde das Brett nach dem kompletten Anriss von mir auf einen Kopierer gelegt. Nun gibt es von der Brücke beliebig viele Modelle für spätere Nachfertigungen.

Schritt 2 Bohren der Brücke für Spinnflügelachse und die 2 Stück Sacklöcher für das Alurohr
Vor dem Aussägen der Teile ist das Einspannen zum Bohren wesentlich einfacher. Auch ist der Ärger wenn man beim Bohren Schrott herstellt wesentlich kleiner.

Ohne Ständerbohrmaschine bzw. Bohrmaschinenständer mit Maschinenschraubstock geht es gar nicht. Meine 38 Jahre alte DDR Smalcalda System 480 schaffte es nicht grade durch die Länge der Spinnflügelachse komplett durch das Brett zu kommen und gab etwas riechend dann für immer auf. Nun gibt es dafür eine neue Maschine in meinem Haushalt (finde ich gar nicht so übel!), aber damit den ersten Ratschlag. Probiere das Bohren auf einem Stück Abfallholz, zeichne dort die Mittellinie außen drauf und bohre eine Probe. Sofern man nicht auf der Gegenseite auf der Mittellinie ankommt ist die Maschine/der Bohrmaschinenständer ungeeignet.

Wir erinnern uns, ich hatte 3 Stück Rohlinge angerissen, nun waren es nur noch 2 Stück.

Also mit der neuen Maschine und umgebauten DDR Bohrmaschinenständer (Anpassung Höhenverstellung auf Knebelschraube statt Grobverstellung immer mit Maulschlüssel in der Hand, Anpassung Spannhalsaufnahme an neue Bohrmaschine) in die nächste Runde. Bohren der Brücke für die Aufnahme der Spinnflügelachse mit D=6,5 mm und die Sacklöcher Tatsache mit D=8,00 mm (hier geht das Alu-Rohr wie mit einer Passung rein).

Am besten im Abfall beide erforderlichen Löcher, wie oben schon empfohlen, Bohren und ausprobieren.

Die anderen Schritte muss ich noch Schreiben und die Fotos suchen!!!
Mit freundlichen Grüßen aus Dresden
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Zuletzt geändert von lisel am 21.08.2016, 18:17, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.08.2016, 14:48 
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Zum Navajozwirnen: Wenn man das machen "muss", weil nur eine oder zwei Spulen überhaupt vorhanden sind, ist das natürlich etwas sehr ungünstig. Kaum jemand schafft es, eine wirklich volle Spule gesponnenes auf eine gleichgroße Spule zu zwirnen. Egal, welche Zwirntechnik man anwendet. Natürlich hat die Zwirntechnik einen Einfluss auf die Endlänge des fertigen Garnes. Und natürlich ist der doppelt gezwirnt länger, als dreifach. Es kommt ja auch immer darauf an, was man mit seinem Garn machen möchte. Und gerade mit den verschiedenen Zwirntechniken kann man das fertige Garn wesentlich beeinflussen. Man kann sich auch das Garn einer Spule wie zum Andenzwirnen über die Hand abwickeln und dann zwirnen.

Das Argument für einen Sliding Hook sollte sein: Frau braucht ihn!! Zum Spinnen und zwirnen! ;)


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BeitragVerfasst: 21.08.2016, 16:24 
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Wie lange der Zwirn wird, hängt nicht davon ab, ob man zweifach oder Kettenzwirn macht, sondern wie dünn der Single ist. Im übrigen kann man aus dem Knäuel auch zweifach zwirnen. Aber wie Anjulele richtig schreibt, das sind alles gar keine Argumente für Sliding Hook und grössere Spulen.
Gleithaken und grössere Spulen machen einfach viel mehr Spass :)) Punkt.

Ich finds toll, was du alles austüftelst! :gut: Es würde noch etwas mehr Spass machen zu lesen, wenn du die Bilder zum entsprechenden Text platzieren würdest. ;-)


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BeitragVerfasst: 21.08.2016, 16:44 
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Schritt 3 Aussägen der Teile, entgraten

Bestimmt ist das Aussägen der Teile mit einer Dekupiersäge einfacher, aber da nicht vorhanden musste die elektrische Stichsäge ran. Ist eigentlich kein Hexenwerk, aber ohne Sägetisch ist man nicht gut dran. Also Vorteilhaft mindestens Sägetisch (oder dicke Metallplatte auf die Stichsäge aufgeschraubt wird und danach kommt alles in den Schraubstock).

Diese Erkenntnis kostet Lehrgeld und da war es nur noch ein Teil von ehemals 3 Stück.

Das Entgraten erfolgte mittel Schleifschwämmen und lohnt sich nicht weiter zu kommentieren.

Grüße aus Dresden
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BeitragVerfasst: 21.08.2016, 16:54 
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Schritt 4 alten Standartspinnflügel zerlegen und Probezusammenbau mit neuer Brücke

Der alte Spinnflügel muss nun seine Holzflügelarme verlieren. Hatte ich ja noch nicht gemacht, da ich nicht genau wusste, ob dies bei meiner handwerklichen Leistung überhaupt noch nötig wäre. Ganz ehrlich mehr als 3 Versuche für die Fertigung der neuen Brücke hatte ich mir nicht vorgenommen.

Also in Rundstahl in das Loch des Spinnflügels in der Metallachse gesteckt und das freie Ende der Achse in einen mit Alu-Backen versehenen Schraubstock eingespannt. Nun den Rundstahl vorsichtig drehen (Rechtsgewinde!).

Danach hat man Achse in der Hand und den Wirtel mit Einzugsloch+Holzflügelarme. Nun die Holzflügel vorsichtig nach links und rechts bewegen, damit sich die Befestigung mit Holzkrampen lockert. Sofern dann ein Spalt die Holzrampen aus den Holzflügeln komplett ziehen. Ich habe vorher einfach mit dem Seitenschneider die Krampen im Spalt durchgeschnitten.

Im Wirtel befinden sich noch die Reste der Krampen. Das Ende der abgeschnittenen Krampen auf eine plane Metallfläche setzen (z.B. Schraubstock) und auf den Wirtel vorsichtig mit Gummigriff der Kombizange (besser wäre wohl Schonhammer) klopfen. Kommen die Krampen an der Seite Einzugsloch des Wirtels langsam hoch, dort dann mit der Zange rausziehen.

Nun alles Schleifen, die Achse wieder handfest reindrehen, die neue Brücke raufschieben und ab zu einem Spinnrad. Dort Flügel mit der neuen Brücke und Spule einsetzen und sich das ganze Mal in aller Ruhe anschauen.

Bis zu diesem Punkt ist ja nicht zu spät, denn man könnte alles wieder wie es war zusammenbauen.

Grüße aus Dresden
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Zuletzt geändert von lisel am 21.08.2016, 17:35, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.08.2016, 17:33 
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Schritt 4 Bestimmung der Länge der Aluminiumtragrohre und Ablängen der Rohre

Nun war ja der alte Flügel mit der neuen Brücke schon mal zur Probe im Spinnrad.
Also das Aluminiumrohr bei dieser Gelegenheit mal probehalber in die Bohrungen der neuen Brücke gesetzt.

Bis Spulenende gemessen und das Maß der wirksamen (sichtbaren) Aluminiumrohrlänge ausgemessen (105 mm) und notiert. Je nach Bohrtiefe der Sacklöcher in der neuen Brücke ist dann die abzulängende Rohrlänge zu bestimmen. Wer ganz faul ist legt, die Brücke auf die Werkbank, schiebt das Alurohr rein und trägt dann die wirksame Rohrlänge direkt aufs Rohr ab.

Dann ab in den Keller, das Maß angezeichnet und mit dem Rollenrohrschneider abgelängt. Den Rohrschneider dazu am Besten in einen Schraubstock einspannen.
Die Schnitte an den Rohren entgraten und alles mal zur Probe zusammenstecken.

Die anderen Schritte muss ich noch Schreiben und die Fotos suchen!!!
Mit freundlichen Grüßen aus Dresden
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BeitragVerfasst: 22.08.2016, 18:03 
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Schritt 5 Einfeilen der a 1 Stück Kerbe auf jeder Brückenseite

Auf jeder Seite der Brücke hat Ashford eine Kerbe vom Brückenrand in Richtung Mittelpunkt der noch zu montierenden Umlenkhaken an den Original-Sliding Hook eingefräst. Da man nach dem Zusammenbau schlecht an die Stellen kommt, habe ich mich ebenfalls für eine Ausführung vor dem Zusammensetzen von Wirtel und Brücke entschieden.

Es ist dann hilfreich zum Anzeichnen wenn die alten Hilfslinien der Mitte der Sackbohrungen und die Mitte der Flügelachse noch nicht auf dem Brückenrohling mit weggeschliffen wurden. Also Position der Umlenkhaken angerissen und dann darauf zulaufen die Kerben (mir fällt kein anderer Begriff ein, sorry :O ).

Nun den Rohling auf den Schraubstock abgelegt und erst mal mit einer Dreikantfeile die Mitte angefeilt, dann geht es weiter über Schlüsselfeile bis zur Feile mit dem richtigen Durchmesser.
Die Solltiefe ist beim Feilen immer durch das Sperrholz zu sehen, d.h. es werden ja verschiedene Schichten angeschnitten, was optisch sehr hilfreich ist.
Hatte übrigens erst mit einer Ausschussbrücke geübt (war als Talentförderung für mich gedacht und auch nicht richtig falsch).

Nun noch die wieso angezeichnete Lage der Umlenkhaken mit einem kleinen Nagelbohrer anbohren und damit ist es später zur Hakenmontage sichtbar.
Wenn dieser Schritt fertig ist, alles schleifen und dann wird der Wirtel und die Brücke dauerhaft miteinander verbunden

Die anderen Schritte muss ich noch Schreiben und die Fotos suchen!!!
Mit freundlichen Grüßen aus Dresden
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BeitragVerfasst: 23.08.2016, 16:44 
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Schritt 6 Verbinden der neuen Brücke mit dem alten Wirtel

Nachdem der Wirtel und die neue Brücke Feinschliff bekommen hat, müssen die Teile dauerhaft zusammengefügt werden. Dabei ist zu beachten, dass am alten Standardflügel mit dem Holzflügel, das Auszugsloch in der Achse auf 90° zur Spinnflügelebene montiert war.

Beim Sliding Hook ist dies nicht der Fall, sondern das Auszugsloch steht in Richtung der Umlenkösen. Aus diesem Grund kann die neue Brücke nicht auf die alte Stelle (die Stelle mit dem Krampen) auf dem Wirtel verleimt werden.

Ausnahme wäre der komplette Einzug (Einzugsöffnung im Wirtel) hat sich im Wirtel gelöst. Kann passieren, da nur eingeklebt. In diesem Fall, also in meinem, wurde die neue Brücke mit Ponal Classic auf die Stellen der alten Holzflügelbefestigung auf den Wirtel geleimt. Sieht netter aus, wenn die alten Stellen der Verleimung durch die Neuverleimung mit neuer Brücke abgedeckt werden.

Die Ausrichtung der Einheit verleimter Wirtel/neue Brücke erfolgt im nächsten Schritt mit Fotos damit man sich die neue Lage der Auszugsöffnung richtig vorstellen kann.
Zur Fixierung wurden 2 Gummis um die Einzugsöffnung und dann über die neue Brücke gespannt.

Nun abwarten bis der Leim trocken ist. Nun ist der Bericht grade synchron mit der tatsächlich gemachten Arbeit.
Mit freundlichen Grüßen aus Dresden
Technik der Lisel


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BeitragVerfasst: 24.08.2016, 10:24 
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Kammzug
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Hallo Liseltechnik,

gute Idee, schöne Ausführung und anschauliche Beschreibung. Danke fürs Zeigen.

Eine grundsätzliche Frage habe ich aber:
Wäre es denn nicht möglich gewesen, die Flügelarme des alten Flügels einfach abzusägen? So würde die Brücke quasi automatisch entstehen, und man bräuchte nur die neuen Holme einzusetzen. Das stelle ich mir technologisch deutlich einfacher vor als das komplette Zerlegen, Herstellen einer neuen Brücke, Bohren, auf Rechtwinkligkeit achten etc.

Zum Thema verlaufende Bohrungen kann ich anmerken, dass es in der Natur eines nur zweischneidigen Werkzeugs ist zu verlaufen, besonders im keinesfalls homogenen Holz. Wenn ich nur Spiralbohrer (die eigentlich Wendelbohrer heißen) hätte, würde ich kleiner vorbohren (u.U. auch deutlich kleiner), und mit einer Rundfeile oder mit Handreibahlen nacharbeiten.

Gruß
Borek


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BeitragVerfasst: 24.08.2016, 15:03 
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borekd hat geschrieben:
Wäre es denn nicht möglich gewesen, die Flügelarme des alten Flügels einfach abzusägen? So würde die Brücke quasi automatisch entstehen, und man bräuchte nur die neuen Holme einzusetzen.

Hatte ich auch schon mal angedacht und dann verworfen.

Liegt mehr an meinen Fähigkeiten und technischen Hilfsmittel. Es wären dann für das Alurohr Außendurchmesser d=8 mm(wegen der Ashford Schiebehaken) jeweils 2 Drehteile aus Alu zu fertigen gewesen, die nach dem Drehen in vorhandener alter Holz-Flügelstärke auf einer Stirnseite geschlitzt werden müssen. Dann wären a 2 kleine Schrauben durch den Schlitz/das Holz durchzuschrauben gewesen. Also hätte nach dem Schlitzen, die entstehende Gabel auf der Gegenseite auch noch Innengewinde bekommen müssen. Auf der anderen Stirnseite wäre das Drehteil dann ins Alurohr eingepresst worden. Nun habe ich weder Drehbank noch Fräsmaschine und ein sonderlich geschickter Metallbauer bin ich auch nicht. Maßlich habe ich die Idee dann auch nicht mehr geprüft. Wenn man also einen besseren Metallbackground und die Maschinen hätte, könnte es Tat wohl schneller und genauer gehen.

Eine anderer Grund die jetzige Lösung zu verfolgen, dass fast bis ganz am Ende noch ein Rückbau auf alten Standardflügel bei Misslingen noch offen gehalten wurde, denn bis Schritt 6 war ja noch alles möglich.

Selbst wenn der Umbau am Ende nicht funktioniert, wird die neue Brücke vom alten Wirtel gesägt und der noch vorhandene alte unbeschädigte Holzflügel wieder auf den alten Wirtel gebaut. Könnte ja sein das Spinnergebnis ist nach dem Umbau nicht sehr schön z.B. wegen Unwucht. Nun bin ich leider noch nicht fertig und weiß nicht genau wie der Umbau sich verhält. Klar glaube ich, dass es funktioniert, sonst hätte ich überhaupt nicht mit dem Umbau angefangen.

Bin doch sehr vorsichtig (ängstlich?) und wollte mir den Weg ohne Zersägen des alten Holzflügels immer offen lassen. :O

Ich habe ja erst angefangen was ins Forum zum Umbau zu schreiben, als der 3. Brückenrohling überhaupt sauber von mir gebaut war. Wäre der 3. Rohling auch Brennholz geworden, gäbe es hier sicher keinen Beitrag von mir dazu. ;)

PS: das "Wandern" von 2-schneidigen Bohrer ist um so schlimmer je "einfacher" der Bohrer ist, ich habe mir deswegen nun schon etwas länger echte Metallwerkstatt- Ausrüsterqualität gekauft

Grüße aus Dresden
Technik der Lisel


Zuletzt geändert von lisel am 24.08.2016, 17:50, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24.08.2016, 15:12 
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Die Flügelarme hätten übrigens auch aus Holz sein können, trotz Schiebehaken, für den Fall dass Dir das leichter fallen würde...

Ich mag Schiebehaken sehr, bespinne meine beiden Arbeitsräder nur so, allerdigns aufgrund anderer Motivation :-)) größere Füllmenge fürs Zwirnen ist bei mir überhaupt kein Thema...

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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.


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BeitragVerfasst: 24.08.2016, 17:43 
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Schritt 7 Ausrichten Auszugsloch zur neuen Brücke

Wie schon angesprochen ist die Lage der Auszugsöffnung bei Sliding Hook anders als beim Standardflügel. Da bei mir der komplette Einzug (Einzugsöffnung/Auszugsöffnung) im Wirtel lose war, wurde die Anpassung erst mit Verleimung Brücke/Wirtel gemacht.

Als erstes wurde die Achse wieder richtig in den kompletten Einzug geschraubt. Dazu die Achse in eine Schraubstock mit Alu-Einlagen eingespannt. Dann auf Gewinde der Achse etwas Kleber auftragen. Am Flügel vorsichtig mit der Hand drehen bis Gewinde greift. In Auszugsloch wieder ein Stück Rundstahl (bei mir der Bohrerschaft eines HSS Bohrers 7,5 mm, je nach vorhandenen Durchmesser Auszugsloch) stecken und vorsichtig festziehen.

Nun wird das Auszugsloch zur Brücke ausgerichtet. Die fertige Einheit auf die Einheit Wirtel/neue Brücke mit Kleber benetzt drücken und in richtige Position drehen. Zum Drehen wurde wieder der Rundstahl ins Auszugloch gesteckt und damit kann man dann drehen. Eine Hand an der Brücke und andere am Rundstahl. Dabei auf den Winkelmesser schauen.
Die richtige Position habe ich mit dem Winkelmesser der innen angelegt wurde bestimmt. Zum Verständnis die Bohrspitze zeigt in Richtung zukünftige Umlenköse auf der Brücke. Das Ursprungsmaß ist an den Ashford Hook angelehnt.

Dann wieder mal Warten bis alles fest wird und dann folgt das Einkleben der Alurohre.

Mit freundlichen Grüßen aus Dresden
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BeitragVerfasst: 25.08.2016, 16:57 
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Schritt 8 Einkleben der Alurohre in die neue Brücke

Nun müssen die Alurohre in die neue Brücke eingeklebt werden. Dies wurde mit UHU plus acrylit 2-K-Acrylatkleber erledigt. „UHU plus acrylit ist hochfest, spaltüberbrückend, schleifbar und in hohem Maße vibrationsfest. Die Verarbeitungszeit beträgt 7 - 10 Minuten, Aushärtung nach 15 - 20 Minuten, nach 25 Minuten schleifbar.“

Der Flügel wird zur Montage auf den Wirtel auf den Schraubstock gestellt. Damit steht alles grade und stabil. Zugleich kann man das Werkstück einfach in die gewünschte Richtung drehen.

Eine 90 mm Originalspule drauf geschoben (konnte damit besser die Lage der Alurohre beim Einsetzen messen und kontrollieren).
Damit es wegen der Spule keinen Ärger wegen Verschmutzung gab, wurde diese schnell mal in Frischhaltefolie eingewickelt und dann auf die Spinnflügelachse gesteckt.

Nun wie immer beim Kleben Einweghandschuhe gezogen. (In eigner Sache rate ich dringend dazu, denn nicht jeder Kleber bzw. die einzelnen Komponenten sind ungiftig/nicht ätzend und man weiß meist nicht, was man da so in den Händen hält. Belesen ist man selbst oft zu faul. Nun weiß ich ziemlich genau wovon ich rede, denn in den 80iger Jahren hatte ich von einem 2K-Kleber aus dem Industriebereich offene schwer heilende Wunden an beiden Beinen. War nicht lustig und die Heilung hat fast 1 Jahr gedauert.)
Also schaden Handschuhe und lange Hosen nie, ob nun nötig oder unnötig! Übrigens alles was so schnell fest wird, möchte man ungerne an den Fingern haben.

Dann wurde der Kleber angerührt und dosiert in die Sacklöcher in der Brücke gefüllt und die Alurohre reingedrückt und mit einem leichten Hammer kurz auf das obere Ende des Rohr geschlagen. Alles auf Sitz kontrolliert und dann wieder mal warten bis alles fest wird.

Vom Kleben selbst konnte ich bei der Zeit von 7 min bis fest bei Raumtemperatur, keine Fotos machen. Es war doch am Tag des Klebens wesentlich wärmer als eine übliche Raumtemperatur von 20°C, womit die Verarbeitungszeit noch kleiner wird. Kurz es musste schnell gehen.

Dann bis demnächst zur Komplettierung, Oberflächenbehandlung und dann zum Probelauf im Rad.
Mit freundlichen Grüßen aus Dresden
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Zuletzt geändert von lisel am 25.08.2016, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25.08.2016, 17:36 
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Nun gab es bei den Antworten/ Kommentaren da 2 Fragen für mich und die krame ich mal raus:
shorty hat geschrieben:
Ich mag Schiebehaken sehr, bespinne meine beiden Arbeitsräder nur so, allerdings aufgrund anderer Motivation :-)) größere Füllmenge fürs Zwirnen ist bei mir überhaupt kein Thema...
Damit die Spule gleichmäßiger befüllt wird, sprich ohne Berge und Täler? Oder gibt es noch andere Vorteile, mal abgesehen vom Entfall des Umhängens?

Spinnwinde hat geschrieben:
Es würde noch etwas mehr Spass machen zu lesen, wenn du die Bilder zum entsprechenden Text platzieren würdest. ;-)
Ich weiß nicht wie und bestimmt gibt es im Forum dazu irgendeine Beschreibung. Mal sagen wo! Dann könnte ich mich bessern.

Grüße aus Dresden Technik der Lisel


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BeitragVerfasst: 25.08.2016, 20:15 
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Ich hab keine Ahnung ob und wo das beschrieben ist.

Aber wenn du dein Bild hochgeladen hast, dann hast du unterhalb des Textfeldes den Namen der Datei in einem Kästchen und daneben den Button "Im Beitrag anzeigen". Diesen anklicken und schwups hast du ihn im Textfeld. Ist es die falsche Zeile, dann per markieren, ausschneiden und am gewünschten Ort einfügen wunschgemäss platzieren. ;-)


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