Rat und Hilfe bei einigen kleineren Verbesserungen, Spinnrad Süd Tirol 1890
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Uwe Ehrich
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Rat und Hilfe bei einigen kleineren Verbesserungen, Spinnrad Süd Tirol 1890
Hallo liebe community,
Ich erbitte ein wenig Hilfe für ein Spinnrad, lt. Vorbesitzer aus Süd Tirol um 1890:
Dem Spinnflügel sind alle Häckchen abhanden gekommen, ledig lich ein Rest in der oberen Reihe rechts deutet evt. darauf hin, das die Haken hölzerner Beschaffenheit gewesen waren, vielleicht hat da jemand ein Dejavu. Die praktikable Variante wären für mich Messinghaken, aber leider sind die wohl aus der Mode gekommen, messingfarbene bringen offensichtlich mehr Profit, vielleicht hat da jemand eine Bezugsquelle oder einen anderen Lösungsansatz.
Die Bremse, soll hier vermutlich über ein Lederstück und einen Fadenzug erzeugt werden. So wie ich es hier eingerichtet habe etwas zu kompliziert. Der Wirbel ist aber an seinem Zapfen so beschädigt, dass ich nicht mehr nachvollziehen kann, ob er am Ende eine Bohrung für den Faden hat und dann von unten durchgeführt und von unten gestellt wurde. Wie iich bei der Durchsicht noch sehe, die Handhabe des Wirbels hat ein Loch, aber ein wirbel nach unten hängend?
so eine Lösung erscheint mir wesentlich sinnvoller, aber es gibt keine hierfür verwendbaren Bohrungen zur Fadenführung.
Die Wellenführung war nur noch von den Minizäpfchen unten gefasst. Bei genauerer Hinsicht erkannte ich von dort aus je ein schräges Loch nach nach oben-hinten, was mich vermuten lässt, dass da ein Zapfen hinein gehört, die Länge so gewählt, dass man ihn herausziehen kann. Waren in den Wellenlagern Lederstücke? Leider ist der Bereich durch irgendetwas öhliges ziemlich versaut.
Und da dieses Foto es besser zeigt, als das eigens hierfür erstellte, das Ende der Welle ein konisches Rechtsgewinde, hilft vermutlich nur ein Holzknauf mit vorgebohrtem Loch und etwas Geduld?
Alle Gedanken sind die eines Laien, über alternative Ideen oder den einen oder anderen Hinweis würden wir uns sehr freuen, ich hoffe, die Fotos sind aussagekräftig genug,
liebe Grüsse aus Nonnenhorn
Iris & Uwe
Ich erbitte ein wenig Hilfe für ein Spinnrad, lt. Vorbesitzer aus Süd Tirol um 1890:
Dem Spinnflügel sind alle Häckchen abhanden gekommen, ledig lich ein Rest in der oberen Reihe rechts deutet evt. darauf hin, das die Haken hölzerner Beschaffenheit gewesen waren, vielleicht hat da jemand ein Dejavu. Die praktikable Variante wären für mich Messinghaken, aber leider sind die wohl aus der Mode gekommen, messingfarbene bringen offensichtlich mehr Profit, vielleicht hat da jemand eine Bezugsquelle oder einen anderen Lösungsansatz.
Die Bremse, soll hier vermutlich über ein Lederstück und einen Fadenzug erzeugt werden. So wie ich es hier eingerichtet habe etwas zu kompliziert. Der Wirbel ist aber an seinem Zapfen so beschädigt, dass ich nicht mehr nachvollziehen kann, ob er am Ende eine Bohrung für den Faden hat und dann von unten durchgeführt und von unten gestellt wurde. Wie iich bei der Durchsicht noch sehe, die Handhabe des Wirbels hat ein Loch, aber ein wirbel nach unten hängend?
so eine Lösung erscheint mir wesentlich sinnvoller, aber es gibt keine hierfür verwendbaren Bohrungen zur Fadenführung.
Die Wellenführung war nur noch von den Minizäpfchen unten gefasst. Bei genauerer Hinsicht erkannte ich von dort aus je ein schräges Loch nach nach oben-hinten, was mich vermuten lässt, dass da ein Zapfen hinein gehört, die Länge so gewählt, dass man ihn herausziehen kann. Waren in den Wellenlagern Lederstücke? Leider ist der Bereich durch irgendetwas öhliges ziemlich versaut.
Und da dieses Foto es besser zeigt, als das eigens hierfür erstellte, das Ende der Welle ein konisches Rechtsgewinde, hilft vermutlich nur ein Holzknauf mit vorgebohrtem Loch und etwas Geduld?
Alle Gedanken sind die eines Laien, über alternative Ideen oder den einen oder anderen Hinweis würden wir uns sehr freuen, ich hoffe, die Fotos sind aussagekräftig genug,
liebe Grüsse aus Nonnenhorn
Iris & Uwe
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Re: Rat und Hilfe bei einigen kleineren Verbesserungen, Spinnrad Süd Tirol 1890
Auf einige Fragen möchte ich gerne antworten.
Die Schwungradachse war sicher mit Lederlagerung versehen und der Holzstift sichert zusätzlich die Achse.
Es müssen Lederlager mit passender Stärke wieder montiert werden.
Die Haken am Flügel kenne ich nur aus Stahl. Messing ist zu schnell vom Faden durchgerieben. Am besten Flügel in den Baumarkt mitnehmen und schauen was es dort passendes gibt.
Die Spule mit dem Ausbruch geht sicher durch Einsetzen eine Holzstücks wieder herzustellen. Habe ich an einem Majacraft Spinnrad schon gemacht und erfordert nicht zwangsläufig eine Drehmaschine.
Über die Fixierung des Knechts und die Rekonstruktion der Flügelbremse muss ich erst noch einmal nachdenken
LG Technik der Lisel
Die Schwungradachse war sicher mit Lederlagerung versehen und der Holzstift sichert zusätzlich die Achse.
Es müssen Lederlager mit passender Stärke wieder montiert werden.
Die Haken am Flügel kenne ich nur aus Stahl. Messing ist zu schnell vom Faden durchgerieben. Am besten Flügel in den Baumarkt mitnehmen und schauen was es dort passendes gibt.
Die Spule mit dem Ausbruch geht sicher durch Einsetzen eine Holzstücks wieder herzustellen. Habe ich an einem Majacraft Spinnrad schon gemacht und erfordert nicht zwangsläufig eine Drehmaschine.
Über die Fixierung des Knechts und die Rekonstruktion der Flügelbremse muss ich erst noch einmal nachdenken
LG Technik der Lisel
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Re: Rat und Hilfe bei einigen kleineren Verbesserungen, Spinnrad Süd Tirol 1890
ergänze ich mal...
Als Flügelhaken waren Stahlhaken durchaus üblich (Spinnräder waren Arbeitsgeräte), die sollte es im Baumarkt geben. Messing ist zwar schön, muss es aber nicht sein.
Ob im Original Holzstäbchen drin waren (nichts ist unmöglich) könnte man ausprobieren. Das Garn sollte vom Holzstück gut geführt sein, ggf. sitzt die Bohrung (und damit das Stäbchen) entsprechend schräg und verhindert so das unbeabsichtigte Umspringen des Garns zum nächsten Häkchen. Am Flügel sind Laufspuren des Garns vorhanden. Passen diese Spuren zum Fadenlauf mit einem Schraubhaken?
Auf das Holzgewinde der Knechtfixierung kann man eine Holzkugel (oder ein im Stil des Spinnrads passendes Drechselteil) aufschrauben. Das soll nur das Wegfallen des Knechts verhindern.
Die meisten Kurbelenden beim Knecht haben einen angeschmiedeten Kopf am Metall, das ist an diesem Rad aber anders als üblich realisiert. Sonst wäre am Knecht eine "Schlüssellochöffnung" im Holz vorhanden.
Das Lager im Knecht sollte auch mit Leder ausgekleidet sein.
Bitte zeige mal ein Bild der Flügellagerung/Bremse im zerlegten Zustand. Von der ursprünglichen Schnurführung der Bremse müssten Spuren zu sehen sein, wo die Schnur entlang lief.
Alle Leder liegen mit der glatten Seite an der beweglichen Seite, auch bei einem Bremsleder.
LG Rolf
Edit: Quatsch entfernt...
Als Flügelhaken waren Stahlhaken durchaus üblich (Spinnräder waren Arbeitsgeräte), die sollte es im Baumarkt geben. Messing ist zwar schön, muss es aber nicht sein.
Ob im Original Holzstäbchen drin waren (nichts ist unmöglich) könnte man ausprobieren. Das Garn sollte vom Holzstück gut geführt sein, ggf. sitzt die Bohrung (und damit das Stäbchen) entsprechend schräg und verhindert so das unbeabsichtigte Umspringen des Garns zum nächsten Häkchen. Am Flügel sind Laufspuren des Garns vorhanden. Passen diese Spuren zum Fadenlauf mit einem Schraubhaken?
Auf das Holzgewinde der Knechtfixierung kann man eine Holzkugel (oder ein im Stil des Spinnrads passendes Drechselteil) aufschrauben. Das soll nur das Wegfallen des Knechts verhindern.
Die meisten Kurbelenden beim Knecht haben einen angeschmiedeten Kopf am Metall, das ist an diesem Rad aber anders als üblich realisiert. Sonst wäre am Knecht eine "Schlüssellochöffnung" im Holz vorhanden.
Das Lager im Knecht sollte auch mit Leder ausgekleidet sein.
Bitte zeige mal ein Bild der Flügellagerung/Bremse im zerlegten Zustand. Von der ursprünglichen Schnurführung der Bremse müssten Spuren zu sehen sein, wo die Schnur entlang lief.
Alle Leder liegen mit der glatten Seite an der beweglichen Seite, auch bei einem Bremsleder.
LG Rolf
Edit: Quatsch entfernt...
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Uwe Ehrich
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Re: Rat und Hilfe bei einigen kleineren Verbesserungen, Spinnrad Süd Tirol 1890
Danke,
guter Einwand mit dem Messing, dann nehme ich vorerst verchromte, vielleicht hält irgendein Flohmart eine paar schädderige bereit, damit es nicht so blinkert.
Hättst mal nix zur Spule gesagt,
, ein Blick und erkannt, dass der Haken nicht zum Spule passen. Ich Füg es im Detail meinem Posing an.
Lieben Dank, die Technik der Iris
guter Einwand mit dem Messing, dann nehme ich vorerst verchromte, vielleicht hält irgendein Flohmart eine paar schädderige bereit, damit es nicht so blinkert.
Hättst mal nix zur Spule gesagt,
Lieben Dank, die Technik der Iris
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Uwe Ehrich
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Re: Rat und Hilfe bei einigen kleineren Verbesserungen, Spinnrad Süd Tirol 1890
Danke auch Dir Rolf,
von oben nach unten, nein, die Bohrungen sind nicht schräge. Die Rillen sind keine eingelaufenen Rillen, sondern Kerben (keilförmig ausgeschnitzt.
Flügelführung in Fotos anbei. In der Flügelführung liegt eine Lederschicht, oder dass, was es mal war, die tausche ich aus.
"Das Lager im Knecht sollte auch mit Leder ausgekleidet sein." Meinst Du damit die Lager für die Kurbelwelle des Rades, da muß ich wohl mit Acceton bei, ansonsten kriege ich auf öldurchtänktem Holz das Leder mit nix zum halten, oder?
Die Kurbelwelle würde man aus dem Spinnrad ausgetrieben bekommen?
Spulenträger oben: Spulenträger unten: Knebel: Aufnahme der Spuhlenspindel: ohne die lakritzeartige Buchseneinlage wäre die Spindelachs kaum gehalten. Spule in Flügelrad müsste mit Unterlegscheiben hinterlegt werden, damit die Häckchen über die Spulenbreite passen. Lieben Dank vom angehenden Techniker der Iris
von oben nach unten, nein, die Bohrungen sind nicht schräge. Die Rillen sind keine eingelaufenen Rillen, sondern Kerben (keilförmig ausgeschnitzt.
Flügelführung in Fotos anbei. In der Flügelführung liegt eine Lederschicht, oder dass, was es mal war, die tausche ich aus.
"Das Lager im Knecht sollte auch mit Leder ausgekleidet sein." Meinst Du damit die Lager für die Kurbelwelle des Rades, da muß ich wohl mit Acceton bei, ansonsten kriege ich auf öldurchtänktem Holz das Leder mit nix zum halten, oder?
Die Kurbelwelle würde man aus dem Spinnrad ausgetrieben bekommen?
Spulenträger oben: Spulenträger unten: Knebel: Aufnahme der Spuhlenspindel: ohne die lakritzeartige Buchseneinlage wäre die Spindelachs kaum gehalten. Spule in Flügelrad müsste mit Unterlegscheiben hinterlegt werden, damit die Häckchen über die Spulenbreite passen. Lieben Dank vom angehenden Techniker der Iris
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