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 Betreff des Beitrags: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 31.03.2019, 18:15 
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Navajozwirn
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Für meine Spinnräder und auch für die Spinntreffen habe ich mir ein Spinnrad-Wartungsset zusammengestellt. Erstens ist es praktisch wenn man alle nötigen Utensilien fürs Spinnrad an einem Platz – in meinem Fall eine kleine Zubehörbox – versammelt hat ohne lange suchen zu müssen und zweitens freut es mich bei Treffen immer, wenn ich jemandem helfen kann, der ein Problem mit seinem Rad hat. Sei es dass einfach nur irgend etwas quietscht oder knarzt oder die Knechtverbindung gerissen ist.

Es ist ganz einfach euer eigenes Spinnrad-Wartungsset zusammenzustellen. Natürlich könnt ihr eure eigenen Erfahrungen und Vorlieben in euer Set integrieren, und es hängt natürlich davon ab, wie wartungsintensiv eure Spinnräder sind. Moderne Räder mit Kugellagern brauchen z.B. keine Ölung, aber es schadet nicht nach längerem Spinnen die Spulenachse mit ein wenig Öl abzuwischen. Viele Dinge hat man sowieso zuhause, andere kann man sich nach und nach organisieren. Mein Set soll nur als Anregung dienen, was sich für mich als nützlich gezeigt hat.

In meinem Set sind enthalten:

Ein Feuerzeug: Zum Anzünden des Teelichtes, wenn ein PU-Riemen reißt und geflickt werden muss. Auch für Kunstfaser-Bremsschnüre zum Versiegeln der Enden.
Ein Teelicht: Als Flamme für das Flicken eines PU-Riemens.
Eine Bienenwachskerze (ich verwende eine Christbaumkerze): Zum Einreiben von hölzernen Gewinden. Alternativ kann man ein Stück Seife verwenden. Die Christbaumkerne kann durch ihre passende Größe auch gut zum Einreiben von Lederlagern verwendet werden. Sie sollte wirklich zu 100% aus Bienenwachs bestehen!
Ersatz-Einzugshaken: kann man immer brauchen.
Kriechöl: Ein feines Öl, um Gewinde, z.B. bei einem festgefressenem Wirtel zu lösen oder unangenehmes Quietschen zu beseitigen. Hier Ballistol, WD40 geht natürlich auch :)
Ein Stofflappen: Um überflüssiges Öl abzuwischen. Ich verwende hier gerne ein Stofftaschentuch.
Bremsfaden: Diverse Kunststoff-Schnüre für spulengebremste Räder.
Antriebsfaden: Ein kleines Knäuel Baumwoll- oder Hanfschnur für Antriebsriemen
PU-Riemen: Polyurethan-Riemen. Ist als Meterware erhältlich.
Verbindungsfäden: Ein paar kürzere Stücke Hanfschnur für Tritt-/Knecht-Verbindungen.
Stahlwolle, fein: um Flugrost an Haken oder Flyer zu entfernen. Rost ist der Feind jedes Spinners, denn er verhindert dass der gesponnene Faden frei gleiten kann und führt dazu dass der Faden reißt.
Ersatzfedern: Federn in verschiedenen Größen für die Bremse bei spulengebremsten Rädern.
Haken: Ersatzhaken in verschiedenen Größen für Flyer
O-Ringe: Gummidichtungsringe in verschiedenen Größen. Praktisch wenn Spulen klappern weil sie nicht exakt passen.
Multitool: Ein Multitool mit Messer und Schraubenzieher.
Zusätzlich: Unterschiedliche Lederreste: in Streifen geschnitten, die zur Reparatur von Knecht/Trittverbindungen oder als Bremse für flügelgebremste Räder verwendet werden können.

Mit diesen kleine Dingen könnt ihr fast jedem Problem das an eurem Rad auftritt, gelassen entgegentreten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 31.03.2019, 18:39 
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Dochtgarn
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Das ist eine gute Idee - ich muss mal prüfen was ich davon habe. Momentan ist alles auf 2 Plätze verteilt, und nichts ist einfach mitnehmbar.

Etwas später, es ist jetzt alles was vorhanden ist an einem Ort. Es fehlt aber einiges. Trotzdem immer noch nichts mitnehmbar.

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Liebe Grüße, Sina


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 02.04.2019, 11:25 
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Boucle
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Bewundernswert organisiert! Allerdings habe ich in 14 Jahren noch kaum was davon gebraucht... (mal 'ne Ersatzschnur, aber die gehört sowieso zum Marktkrimskrams).

Ciao, Klara


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 02.04.2019, 12:31 
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Dochtgarn
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Mein Notfallset sieht ähnlich aus.
Das Meiste davon wird aber nicht von mir benötigt, da ich inzwischen mehr mit modernen Rädern unterwegs bin.
Aber mein Spinnumfeld, bei diversen Spinntreffen, hat schon ausgiebig und gerne davon Gebrauch machen könnnen, bzw ich habe es für sie angewendet. .... und das, obwohl gelästert wird, was ich denn immer so viel Zeug mitschleppe. :P
Aber dann kommen die Lästermäuler angekrochen.... :totlach:

Werde auch mal ein Foto von meinen Utensilien machen.

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Liebe Grüße
Basteline

.....und laßt uns spinnend die Welt umgarnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 03.04.2019, 08:53 
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Kammzug
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Hallo Arachnida,

Dein Spinnrad-Wartungsset finde ich Klasse, erlaube mit bitte dennoch ein wenig konstruktiver Kritik.

1)Bienenwachs kenne ich als einen Haftvermittler, nicht als einen Haftminderer (Schmierstoff). Z.B. eine eher rutschige Antriebsschnur kann man durch das Einreiben mit Bienenwachs griffiger machen, das habe ich bereits praktiziert. Für das Abschmieren von Holzgewinde würde ich Parafin nehmen, also z.B. Dein Teelicht. Seife geht auch.
Leder(-Lager) mit Parafin oder Seife zu schmieren habe ich nie versucht, hier kommt bei uns Bettbahnöl zum Einsatz. Vielleicht ist diesbezüglich Deine Wahl gleichwertig, allerdings wahrscheinlich mit der Ausnahme von Bienenwachs (siehe oben).

2)Ballistol und WD40 sind Kriech- und Konservierungsöle, sehr gut geeignet als Rostlöser (wie Du schriebst) oder zum Vorbeugen von Rost. Sie haben so gut wie gar keine Schmierwirkung, und eignen sich somit grundsätzlich NICHT als Schmierstoffe. Bei manchen Menschen (z.B. bei mir) bewirken Konservierungsöle eine allergische Reaktion, also bitte vorsichtig damit umgehen.
Übrigens, zu den besten Rostlösern gehört Coca-Cola, wohl aufgrund der darin enthaltenen Phosphorsäure (ein alter Schlossertrick).

3)Generell ist das Schmieren fremder Räder mit eigenem Öl sehr problematisch, denn manche Schmierstoffe vertragen einander chemisch schlecht oder gar nicht, und man kann schon eine unangenehme Überraschung erleben. Die einzige wirklich 100%-ig sichere Vorgehensweise ist, immer wieder nur mit einer Sorte Öl zu schmieren, ohne Ausnahme.

4)O-Ringe sind aus relativ weichem und flexiblem Gummi und daher haben sie hervorragende dichtende und dämpfende Eigenschaften. Sofern können sie sehr gut geeignet sein um Klappergeräusche zu beseitigen, allerdings auf Kosten erhöhter Reibung (auch Gummi ist ein Haftvermittler). Besser wären für den angedachten Zweck Lederscheiben, die man allerdings selbst herstellen müsste.

Gruß
Borek


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 03.04.2019, 14:51 
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Navajozwirn
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Hallo borekd,

vielen dank für deine konstruktiven Vorschläge!

Zu 1) Beim Bienenwachs hast du natürlich recht, ich hab das Teelicht auch schon für Holz genommen, werde aber zusätzlich noch ein Stück Seife in die Kiste packen. Den Seifentrick kenne ich noch von einem alten Tischler, um Schubladen wieder gängig zu machen. Ich habe auch noch wo ein kleines Döschen Lederfett, das kann auch noch gut dazu wandern.

Zu 2) Zu Ballistol/WD 40, ich verwende es wie du schreibst zum Rost lösen, oder auch wenn z.B. ein Wirtel festgefressen ist und gelöst werden möchte. Für mich haben sie vor allem den Zweck einer raschen Lärmverminderung. Ich hatte z.B. bei meinem Sonata immer ein Knarzen an den Scharnieren, einmal kurz WD40 drauf und dann war die nächsten drei Jahre Ruhe. Unser Firmenkühlschrank hat ebenfalls die Tür an einer Kunststoffschiene, das ging immer quiek-knarz quiek-knarz bei jedem Öffnen. Einmal kurz eingesprüht, Kühlschrank is seither still.

Zu 3) gut zu wissen! Meistens haben die Radbesitzer eh ihr eigenes Öl bzw Fett was ich dann verwende.

Zu 4) ich nehme die O-Ringe z.B. zum Dämpfen einer LazyKate. Über die Lederscheiben haben wir ja schon gesprochen, aber dazu müsste ich dann einen Satz Locheisen samt Hammer und Leder mitschleppen. Die O-Ringe sind praktisch nur ein Übergangs-MacGyverismus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 03.04.2019, 17:50 
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Dochtgarn
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Zitat:
Über die Lederscheiben haben wir ja schon gesprochen, aber dazu müsste ich dann einen Satz Locheisen samt Hammer und Leder mitschleppen.


Ich habe immer ein Stück weiches Leder dabei, weiß nicht ob das Nappaleder ist.
Daraus schneide ich ein rundes Stück aus, falte es zu einem Viertelstück und schneide an der Spitze mit einer Schere eine Ecke raus. Das reicht meistens aus, um es auf den Flügeldorn oder andere Stangen zu schieben und eine Geräuschdämpfung zu erreichen.
Da spart man sich die große Lochzange.

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Basteline

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 Betreff des Beitrags: Re: Spinnradwartung
BeitragVerfasst: 07.04.2019, 12:29 
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Dochtgarn
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Hallo liebe Spinnradwarter und Reperateurinnen.

Der Set ist schon i.O., nur das Feuerzeug verbannt bitte und steckt auch nie die Kerze an, um einen Riemen zu Schweißen.

Der Grund:
Eine Kerzenflamme rußt und auch eine Feuerzeugflamme bindet Schadstoffe ( Staub, Feuchtigkeit, Kuchenkrümel u.v.a.m) und vebringt
diese in die Riemenschmelzzone, wo sie durch Einschlüsse und Überhitzung die Schweißnahtfestigkeit drastisch reduziert. Von 100%
gewünschter Endfestigkeit bleiben da schon mal nur 30% über.

Besser:
E-Lötkolben ca. 15-30Watt, leichtes NUR-Bügeleisen oder breites Tafelmesser.
Letzteres kann mit dem Gasfeuerzeug oder Heißluftgerät erwärmt und dessen Klinge ist der Anschmelzkontakt.

Wenn Ihr bedenkt, das PU Material des Riemens, ein Olefin mit erhöhter Wärmeaufnahme und längerer Abkühlung ist und dennoch nur max 160-180°C
braucht um sicher anzuschmelzen.
Darüber wird es zwar auch flüssig, ändert aber wertmindernd die Festigkeit und sonstigen Eigenschaften ( z.B. Elastizität usw.).
Alle andern evtl. zu " flickenden" Riemen am Altspinnrad können auch PVC mit Weichmachern sein, wo das Temperaturfenster noch kleiner ist
und der gequälte Kunstoff schnell altert ( u.U. verbrennt oder pulverisiert).

Nachdenkliches Riemenschweißen wünscht Euch Jürgen ^..^


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