Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Alles rund um die verschiedenen Webtechniken

Moderator: Rolf_McGyver

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tantchen
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Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Beitrag von tantchen » 18.09.2019, 12:37

Hallole,

ich möchte unbedingt noch das Weben anfangen. :O Nur Stricken is mir jetzt zu langweilig, nachdem ich mal ein Weben-Buch gekauft und mich mal bisserl über Gatterkamm Webrahmen informiert hab. Diese Mustermöglichkeiten (Hahnentritt, Karos...) Suuuuper!!!
Möchte mir gern einen Ashford Rigid Heddle in 60cm zulegen. Wenns Geld reicht, vll. auch was Klappbares.

So, jetzt hab ich mal die Liste für Weihnachten gemacht und wollte eigtl. fast alle Erwachsenen mit selbstgesponnener Wolle in verschiedenen Formen "beglücken". Kostet mich ja im Prinzip nichts, außer viel Zeit. :)
Und genau da ist mein Problem: des sind verdammt viele Mützen und Kissenbezüge!!!

Kann mir jemand sagen, wie sich der Zeitaufwand Stricken vs. Weben in etwa verhält? Man denke dabei an einen 50 x 50cm Kissenbezug. Den könnte ich z.B. mit 4/5 er Nadeln in grob geschätzt ca. 8-10 Stunden gestrickt haben plus vll. 2h Fertigstellung mit Knöpfen piepapo. Meine Jacken-Vorderteile waren auch schon an einem langen Stricktag fertig...

Wie schnell ist Weben? Wie lange braucht man für so ein Kissen? Denke, die Anzahl der Kettfäden dürfte rel. wurscht sein, nicht aber die Schussdicke. Also gehen wir mal von ca. gleicher Dicke aus, wie beim Stricken mit Nadeln 4,5 bis 5.
Kann man dazu überhaupt so pauschale Aussagen treffen? Oder ist Weben womöglich gar langsamer als Stricken?

Grüßle
Andrea

- die jetzt auch mit Collie-Unterwolle angefangen hat zu spinnen. Sooooo flauschig :O :gut:

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Re: Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Beitrag von Asherra » 18.09.2019, 15:20

Weben selber ist ziemlich schnell. Kette vorbereiten, bäumen, fädeln dauert bei mir immer eine ganze Weile. Allerdings sind Gatterkammwebrahmen da wesentlich schneller vorbereitet als ein 8schäftiges Muster am Webstuhl.
Stricken hat den Mitnehmvorteil. Zum Weben braucht man größere Zeitblöcke, ohne viel gestört zu werden (laß nie eine ungesicherte Kette alleine, wenn du eine Katze oder kleine Kinder hast). Stricken geht auch mal so für ein paar Minuten zwischendurch.

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Re: Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Beitrag von schnibbe » 18.09.2019, 15:31

Oh, da klinke ich mich ein. Ich hab mir jetzt schon einige Videos zum Rigid Heddle angeguckt.
Das sieht so toll aus und gewebt ist eben mal was anderes :)

Ich bin gespannt, auf deine ersten Webberichte.

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Re: Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Beitrag von Arachnida » 18.09.2019, 15:44

Wie bei vielem kommt drauf an.

Es gibt ausgesprochene Schnellstricker und wenn du nur kraus rechts oder rechts strickst, ohne viel Muster etc. dann geht es recht flott. Dazu noch ein dickes Garn und man hat in kurzer Zeit eine Mütze oder einen Cowl. Oder du strickst ein aufwendiges Lacetuch wo du nur Muster hast, dauert natürlich viiiel länger.

Beim Weben musst du Kette schären, vorher berechnen was und wieviel. Und das Weben selber hängt auch davon ab welche Bindung, wieviele Farben, wie fein das Garn ist.

Also kann man pauschal meine ich nicht sagen dass Weben schneller als Stricken ist, es kommt immer darauf an was man macht.

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Re: Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Beitrag von tantchen » 18.09.2019, 17:23

Ok, danke schonmal. Hab ich mir fast gedacht.
Ja, beim Stricken hab ich es mir bisher eher einfach gemacht. Weil ich ohnehin kein Muster-Fan bin. Außer Zopfmuster, die sind toll.

Beim Kissen-Weben würd ich mich wohl erstmal auf Uni oder kariert, Farbverlauf... in Leinwandbindung beschränken. Man sollte es doch als Anfänger nicht übertreiben. ;-)
Dann eben auf die Kissen ein paar Blümchen sticken oder so.
Hab heute sogar ne Bauanleitung im Netz gefunden für nen einfachen Gatterkamm Rahmen (ähnlich dem Rigid Heddle), wo man auch zwei oder drei Kämme nutzen kann. Denke, damit probier ich es zuerst und vergleiche die Zeit mit Stricken. Holz liegt hier eh genügend rum...

Edit: wenn das Bäumen soviel Zeit kostet, dann könnte man doch aber theoretisch einfach doppelt oder dreimal so lange Kette machen, wie man für ein Kissen braucht. Und dann einfach zwischendrin ein Stück weiterdrehen und das nächste Kissen weben? Oder spricht da was dagegen, außer der Einschränkung mit immer gleicher Kettfarbe?

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Re: Weben vs. Stricken - Zeitaufwand

Beitrag von Asherra » 18.09.2019, 20:39

Die Kette kann nicht unendlich lang sein. Zumindest nicht bei unseren "kleinen" Webgeräten. Bei den Gatterkammrahmen stapelt sich zuerst hinten die Kette zu einer dicken Wurst, und später dann der Stoff. Je dicker die Würste, desto kleiner das Fach.
Webstühle und auch manche Gatterkammwebrahmen umgehen das Problem, indem sie Streichbäume einziehen, der Stoff und die Kette werden nicht in der selben Ebene "gelagert" wie die in der das Fach geboldet wird, dann bleibt alles schön gleichmäßig.

Aber 3m gehen auf einen Gatterkammwebrahmen schon drauf. Vielleicht beim ersten Mal nur mit 1,5m starten, falls sich dann was verknäult ist's nicht so tragisch und Probleme mit der Kettspannung sind leichter zu vertuschen :O Ja, ich hab da Übung

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