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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 12:36 
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Mein Vater ist Grundschullehrer... er mußte auch schon Werken/Handarbeiten unterrichten, leider hat er schon beim basteln eher linke Hände, mit Stricken und Häklen brauch man da gar nicht anfagen... eine Kollegin hat dann geholfen... trotzdem ist das natürlich nicht wirklich optimal...

wir haben stricken und häkeln in der Schule gelernt... auch sticken... dabeigeblieben bin ich aber nicht, meine Mutter hat es auch nie geschafft mich fürs Klöppeln zu begeistern (macht sie seit über 30 Jahren und gibt auch Unterricht)...

bei mir wars dann eher so, dass ich was gesehen habe, was mir gefallen hat und das wollte ich dann nachmachen..... allerdings finde ich das meiste, was es in dt. Strickbüchern/Zeitungen nicht wirklich meinem Stil entsprechend, alles eher konservativ (im besten Fall).. da brauch man sich aber auch nicht wundern, wenn Jugendliche (oder ihre Eltern) nicht stricken.... wobei sich das ja langsam ändert

*Katrin


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 13:57 
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Boucle
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Zitat:
Meiner Tochter habe ich verzweifelt versucht, Häkeln oder Stricken nahezubringen. Kein Interesse.
Als Vorbild scheine ich auch nicht zu taugen, sie wird nicht gerade angeregt durch meine exzessiven Handarbeiten. Irgendwann hat sie sich dann doch mal hingesetzt und einen Schal gehäkelt. Um ihn der Oma zu schenken. Tja, das war´s dann. Denn die Oma hat das Teil genommen, kurz "Danke" gesagt, beiseite gelegt und sich tierisch über gekaufte Pralinen gefreut.
So viel zum Thema Wertschätzung von Selbstgemachtem.
Sehr traurig und frustrierend für diejenigen, die sich lange Mühe gegeben haben!


@hubi: das ist total traurig. Ist ja logisch, daß es sie dann nicht mehr interessiert hat.
Da war meine Oma anders, die hat genau das Gegenteil gemacht. Sie hat behauptet, sie braucht Unmengen an Lesezeichen und ich habe gestickt wie eine Wilde, um die Oma mit Lesezeichen zu versorgen. :) Sie hat sie aber auch benutzt, ich finde sie heute noch in ihren Büchern. Desgleichen mit Topflappen, die waren immer sehr gefragt in meiner Famile. Aber das liegt vielleicht daran, daß Oma und Mama Schneiderinnen sind und das Selbstgemachte halt sehr hoch geschätzt wird.
Aber ich bin ganz sicher, daß bei den Kindern doch was hängenbleibt, wenn die Mamas soviel handarbeiten. Vielleicht ist es momentan uninteressant, aber vielleicht greifen sie in späteren Jahren darauf zurück.
Ich hab's z.B. mit dem Nähen ja so überhaupt nicht, obwohl meine Mutter Schneiderin ist, aber ich bin sehr wohl in der Lage etwas zu fabrizieren, wenn es sein muß. Also dürfte ich doch irgendwas mitbekommen haben. :)
Zur Schule: Bei uns läuft Werken und Handarbeiten in der Volksschule in einem. In der ersten Klasse mußte mein Sohn einen Igel machen. Da war so ein Gitter drinnen und er mußte lauter Wollfäden hineinknüpfen. Ganz ehrlich, das war eine grauenhafte Sache. Er wollte natürlich auch, daß wir helfen. Ich habe ihm dann 3,4 Fäden gemacht und dann erklärt, daß er umso stolzer ist, wenn er es selbst fertig macht. Und so war es dann auch. Jetzt steht der Igel noch immer am Schreibtisch.

Ich bin aber immer noch der Meinung, daß auch viel in der Verantwortung der Eltern liegt (das denke ich eben für mich und meine Kids). Ich mache immer so nebenbei Sachen mit ihnen. Wenn ich mal wieder die Decoupageanfälle habe, dann dürfen sie halt auch etwas lackieren (ich habe immer ein paar kleine Schachteln oder sonstiges) und Motive ausschneiden. Das geht dann Hand in Hand. Kürzlich habe ich an etwas Knöpfe zur Deko angenäht, also hat meine Kleine auch angefangen Knöpfe anzunähen. Das läuft halt oft mit. Es paßt mir zwar nicht immer so ganz in den Kram, weil ich dadurch auch oft viel Zeit verliere, aber dann denke ich mir wieder, sie sind nur einmal so klein, die Chance kriegst du nie wieder und dann nehme ich mir die Zeit.
Ich glaube, daß Handarbeiten für Groß und Klein total viel bringt, sowohl motorisch, als auch lösungstechnisch. Man fängt anders an zu denken. So ein kleines Projekt ordentlich zu vollenden, das hat schon ganz viel. Mein Sohn war anfangs auch so einer, er hat ein bißchen lackiert und nach zwei Drittel wollte er nicht mehr, aber mittlerweile habe ich ihn soweit, daß er das Projekt zu Ende bringt und durchhält, auch wenn mal was nicht auf Anhieb klappt. Ich glaube, sie lernen da ganz viel für's Leben.
lg Adsharta

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 14:49 
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Zum Thema Fachlehrer ... Wenn ich daran denke, daß andere Fächer auch von fachfremden Lehrern unterrichtet werden, z.B. Chemie und Physik von Biologielehrerinnen, die absolut planlos auf diesem Gebiet sind (das Beispiel ist jetzt in meinem direkten Bekanntenkreis schon seit ein paar Jahren akut, meine Freundin müht sich redlich, aber ihre Physikkenntnisse sind echt zum Heulen und mit der Chemie ist es auch nicht viel besser), dann ist es ehrlich gesagt meine letzte Sorge, daß ein Lehrer stricken kann oder auch nicht.

Grüßlis,

frieda

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 14:53 
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Naja... an der FH war der Prof der Netzwerke unterrichtet hat Physiker.... ein Bekannter der sich beruflich mit Netzwerken und ähnlichem auseinandergesetzt hat, hat auch immer nur den Kopf geschüttelt, was wir für sinnloses, überflüssiges und teilweise auch falsches Zeug lernen....

:wink: Katrin


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 15:54 
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Entschuldigung, ich wollte keinem Lehrer aufzwingen, Handarbeiten zu lernen. Nur eine Ahnung, daß man "da nicht nur ein paar Fäden irgendwie zusammenknotet" sollte rübergebracht werden. Vor allem vor den Lehrern, die Handarbeiten unterrichten. Das Thema Schule ist ja eh ein ganz anderes und sollte hier außen vor gelassen werden.

Ich versuchs auch mal anders aufzuzeigen: Ich bin auch bei einem Fanfarenzug. Wir hatten lange Zeit Nachwuchsprobleme. Nachwuchs bekomme ich aber nicht, wenn ich schreie, daß der Fanfarenzug zugrunde geht. Nur wenn ich vermitteln kann, daß es mir Spaß macht und ich Achtung vor den Leistungen anderer Musiker habe, werde ich Kinder und Jugendliche wenigstens interessieren. Ob sie dann bei uns bleiben, ist ja was anderes. Ich hoffe, ihr versteht, auf was ich hinaus will.

Ich mache verschiedene Handarbeiten, weil es mir Spaß macht..... Und wenn ein Kind oder ein Jugendlicher Spaß ....... haben will, soll er sich an Handarbeiten versuchen.

Von Lehrern "erwarte" ich eigentlich einen kleinen Überblick, was es für Handarbeiten und Werkeleien gibt. Als Mutter kann ich ja auch nicht alles machen (müssen). Wenn ich z.B. zwar Handarbeiten kann, mich aber mit Holz überhaupt nicht auskenne, werde ich es meinen Kindern nicht zeigen. Es würde also eine "Wissenslücke" entstehen. Mir geht es so z.B. in Englisch. Das hab ich nicht gelern, wie soll ich es also zeigen?

An mir liegt es, meine Kinder in den Hobbys zu unterstützen, die sie sich suchen. Ob das Handarbeiten sein werden, bleibt dabei noch offen (Kinder sind 10, 5 einhalb, 3 einhalb und 1 einhalb Jahre).


Mamabine


PS: Danke übrigens fürs Abtrennen.

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Mamabine


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 16:17 
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Gern geschehen, ist ja doch ein spannendes Diskussionsthema und würde sonst untergehen.

Karin

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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 16:57 
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Ich bin ans Handarbeiten durch meine Mutter (Stricken, Sticken), Oma (Kunststricken) und mein Uroma (Stricken und Häkeln) gekommen. Schulisch erinnere ich mich nur noch an meine Gymnasialzeit bei den Klosterschwestern in Amberg. Da sollte ich nähen lernen und die Nonne stand immer mit einem Lineal hinter mir und hat bei Fehler neben die Maschine geschlagen. Ich habe nie richtig nähen gelernt vor Angst.
Die Freude, ein Stück von Anfang bis Ende selbst zumachen, ist meines Erachtens das Besondere am Handarbeiten. Da spielt auch die Schulung der Motorik mit dazu. Leider hat auch mein Patenkind (mittlerweile 17 Jahre) nicht richtig Feuer gefangen. Da ist sie lieber schnell zu einem Billigmarkt und hat sich Handschuhe, Schals oder ... gekauft. Ich habe auch angeboten, der Tochter unserer Nachbarin zu erklären, wenn sie was nicht weiß. Die Kleine ist noch in der Grundschule.
Bei uns in der Realschule hat der Hauswirtschaftszweig Textiles Gestalten und ich glaube, alle siebten Klassen. Wir haben eine Lehrkraft dafür. Weil mir dieses Schuljahr acht Stunden fehlen, habe ich mich angeboten, eine Spinngruppe ins Leben zurufen. Einige Mädels hatten von meiner Spinnleidenschaft erfahren und nachgefragt. Spindeln wären schon an der Schule, weil letztes Jahr im Rahmen von Aktionstagen welche angeschafft wurden. Aber ich darf nicht, weil ich eine kirchliche Lehrkraft bin.
So kann es auch gehen....
Moira


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 17:08 
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Ich muss mal ein positiv Beispiel bringen... allerdings nicht aus Deutschland.

Eine Freundin von mir ist mit 16 nach Neuseeland gegangen als Austauschschülerin. Sie stand mit allem was auch nur im entferntesten Sinne mit Handarbeit zu tun hatte auf Kriegsfuß... dort hatte sie dann home ec = Hauswirtschaft. Dort mußte sie dann nähen lernen ... aber das tolle daran ist, dass die eben nicht irgendwelches komisches unbrauchbares Zeugs gemacht haben, sondern eben richtig Kleider entworfen haben, zB hat sie erzählt, dass sie sich irgendeinen bekannten Designer aussuchen mußten und ein Kleid in dessen Stil entwerfen mußten.. richtig mit Probeschnitt, Probenähen und Modeschau am Ende... sie hat ein Kleid aus alten Segeln genäht mit Korsage und abnehmbar, so dass man es als kurzes oder langes Kleid tragen konnte... sie ist wieder in D und näht immer noch, nicht als Hobby, eben nach Bedarf...

Ich denke wenn das Textile Werken bei uns so aussehen würde, wäre die Begeisterung bei den (älteren) Schülern sicher größer... aber da gehts dann schon wieder los, denn dazu brauch man auch die passenden Lehrer...

*Katrin


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 17:27 
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Ja, genau, Katrin - das denke ich auch. Wie du geschreiben hast, Deine Freundin hat in Neuseeland im Unterricht richtig was entworfen und umgesetzt und hat Feuer gefangen. Leider fehlt es da bei uns auch etwas.
Moira


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 19:35 
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Es fehlt an Fachlehrern und an Unterrichtszeit. und ein so tolles aber aufwendiges Projekt halten viele Schüler gar nicht durch. Wenn etwas nicht schnell fertig ist, nicht auf Anhieb klappt, schmeißen viele Schüler die Sachen hin und wollen das nächste Thema anfangen. Und das mit dem Zuhören ...

Wenn die Eltern zuhause Handarbeiten oder künstlerisch interessiert sind, sind auch die Schüler motiviert. Wenn das nicht der Fall ist, kann man die Schüler häufig auch nicht gut motivieren. Ich hatte einen Jungen, der in Kunst sehr gut war und auch eine 1 im Zeugnis hatte. Nachdem ihm sein Vater sagte, Kunst sei nicht wichtig und er solle lieber in Englisch besser aufpassen, war alles vorbei. Er hat sich keine Mühe mehr gegeben und ihm war alles egal. Die Eltern wissen gar nicht, wie sehr sie die Freude an Schule und am Lernen doch in der Hand haben.

LG Rayarosa

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 04.11.2010, 13:39 
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Jedes Kind ist unterschiedlich, glaub ich nicht nur. Halte ja 4 davon zu meinem Vergnügen. Schon bei den Vieren gibt es ganz deutliche Unterschiede (o.K. aufgrund des Alters kann sich das noch ändern). Und nicht jeder Tag ist gleich.

Sogar mein Großer, musikalisch-sportlicher Typ versucht sich mal hier, mal da bei Handarbeiten. Auch bei anderen Kindern konnte ich das feststellen. Haben sie mal Zeit, was zu probieren, so 1 bis 2 Stunden, dann tun die meisten dies auch. Und viele von den sonst so unruhigen Kindern arbeiten dann konzentriert und ruhig.

Sohnemann hatte zwei, drei Mitschüler, total unruhig in der Schule ..... Bei mir durften sie dann mal Laubsägen. Die waren mit Feuereifer dabei. Nach anfänglichem "sich-Platz-schaffen" und ein paar "Schiriansagen" konnten die dann auch miteinander.

Die Kinder sollen halt ausprobieren können und wenn sie von zu Hause die Möglichkeit nicht haben, warum auch immer, dann müßten sie halt wo anders die Möglichkeit bekommen. Das was ich kann und mache, zeige ich auch gerne anderen. Und mit Kindern arbeiten (so ohne Schulzwang) macht echt irre Spaß! Dafür bin ich halt eine sportliche Niete...

Neulich hatte ich auch ein paar Jungs zum Übernachten. Ich habe die Jungs machen lassen (war auch echt ruhig für 8 Jungs in einem Raum) und habe mich nur hingesetzt und Socken gestrickt. Da kam die Bemerkung "Du kannst das? Echt cool ....

Also an den Kindern liegt es nicht, den Eltern kann ich nicht immer alles aufbürden und "Schule" ist ein anderes Thema. Lehrer sind auch nur Menschen und es gibt echt tolle davon (hab ich das jetzt wirklich geschrieben?????).

Handarbeiten sind toll und vielseitig und ich hoffe, dies weitergeben zu können.

Mamabine

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 04.11.2010, 14:11 
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Boucle
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Es beruhigt mich, daß Mamas auch sportliche Nieten sein dürfen. Ich bin auch so eine. :)
Handarbeitende Mütter dürften auch oft eine beruhigende Ausstrahlung haben. Oft habe ich Kinder da und setze mich dann in unseren Vorraum (der irgendwie so ein halbes Wohnzimmer mit Kamin ist) und stricke, damit ich alle Kinder im Auge habe bzw. in Hörweite. Irgendwie scheint das eine beruhigende Wirkung auf die Kinder haben. :) Klappt natürlich nicht immer, aber oft.
Wir haben uns getraut und haben unserem Buben zum 6. Geburtstag ein Messer zum Schnitzen geschenkt, es ist unglaublich mit welcher Andacht der stundenlang Stöckchen schnitzt und das Witzigste ist, die Nachbarkinder sitzen andächtig herum und warten, daß sie einen geschnitzten Pfeil, Speer, was auch immer bekommen. Bis jetzt hat es keine Messerstecherei gegeben - gar nichts.

Und es gibt tolle Lehrer :) Ich habe eine Freundin, welche Volksschullehrerin ist, die sprüht nur so vor Ideen, von Bogenschnitzen angefangen. Wir haben oft eine ganze Meute bei uns und wenn sie da ist, dann kann ich mir sicher sein, daß irgendetwas angefangen wird. Neulich hat ihr mein Mann Holz geliefert. Teilweise waren so runde Baumschnitte dabei. Als ich eine Woche später zu ihr kam, war ein Teil dieser runden Teile auf der ganzen Wiese verteilt und da wurde darauf gehüpft, fangen gespielt, was weiß ich was. Ich würde mir mehr solche Lehrer wünschen. Nicht umsonst wird sie wahrscheinlich für die Integrationsklassen eingesetzt.
lg Adsharta

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 04.11.2010, 22:03 
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Hallo an alle,

an der Montessorischule meiner Kinder mache ich - als freiwilliges Nachmittagsangebot - einmal pro Woche einen NassFilzkurs (was natürlich nicht zu den "klassischen" Handarbeiten gehört)... ich mach das jetzt das dritte Halbjahr und das Interesse der Kinder (1. bis 4. Klasse bisher) ist riesengross, der Kurs könnte immer doppelt so gross sein... die Kinder melden sich jeweils für ein halbes Jahr an und dürfen dann einmal pro Woche 1,5 Stunden filzen... Ich finde es wirklich sehr faszinierend, wie unterschiedlich die Kinder da sind... es gibt absolute Naturtalente, denen einmal Erklären/Zeigen genügt und sie arbeiten dann total selbständig... andere brauchen viel Aufmerksamkeit und Hilfe, oder verlieren schnell die Geduld oder Lust, manchen fällt es schwer, anfangs so vorsichtig wie nötig zu sein, andere trauen sich nicht richtig am Schluss so zuzupacken wie nötig... aber eigentlich immer kommt am Ende was tolles raus - das ist das dankbare beim Filzen, dass es selten total daneben geht, im "schlimmsten" Fall schneidet man alles auseinander und fädelt es als Kette oder so auf ;) und ich erlebe sowohl bei den Kindern als auch bei den Müttern - die übrigens auch alle ganz scharf darauf sind, dass ich für die Erwachsenen mal einen Kurs anbiete ;) - dass sie sehr stolz auf Ihre Werke sind und die auch zu hause in Ehren gehalten werden... was mich wiederum sehr zufrieden macht und so haben alle was davon :D

edit: wollte noch ergänzen, dass interessanterweise Jungs und Mädchen bei uns gleich interessiert sind und sich auch völlig geschlechtsunabhängig geschickt oder weniger geschickt anstellen...

LG,
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 05.11.2010, 05:53 
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Hi!

Mein Sohn hat jede Woche zwei Stunden Handarbeit in der Schule (Waldorfschule). Es macht ihm riesig Spaß und durch das "Training" hat es für ihn zum Teil auch schon Entspannungscharakter. In der dritten Klasse werden die Kinder auch an das Spinnen herangeführt. Ich find das klasse.
Für mich wird das Spinnen und Stricken immer mehr zur Notwendigkeit. Durch die Hauterkrankung meiner Tochter und unseren Anspruch an Nachhaltigkeit, achten wir sehr darauf, wo und was wir an Klamotten kaufen. Das kann gerade bei Wollsachen verdammt ins Geld gehen. Da mache ich es lieber selbst. Und so sehen meine Kinder es ständig und lernen es als selbstverständlich kennen. Außerdem finde ich den Gedanken gut, dass wir auf viele technische Dinge und Läden verzichten können. Im Rahmen unserer Naturschule ist es auch ein Ziel Kindern diese alten Techniken wieder näherzubringen.
Bei uns in der Familie ist es so, dass zwar meine Mama stricken kann und meine Oma viel genäht hat, aber mit Socken z.B. muss ich alle versorgen. :D

LG,
Susel
http://www.waldmaerchen.de

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http://wurzeln-fluegel.de/ - natürlich und glücklich Aufwachsen
- besucht uns mal!


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 05.11.2010, 09:07 
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Ich glaube, ich schule um von der Kirche auf Montessori. Die Projekte aus den Waldorf und Montessori-Schulen finde ich klasse. Wäre echt was für mich. Mal überlegen ....
Moira


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