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BeitragVerfasst: 02.11.2010, 22:36 
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Zweifachzwirn
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Das Problem ist, dass bei vielen Kindern die Motorik nicht mehr gut trainiert ist. Sie sind flink und richtig gut an einer Computertastatur, aber eine Häkelnadel halten, ein Werkstück und den Faden locker zu führen ...
Ich habe das Problem im Moment in einer 7.Klasse. Vielleicht die Hälfte des Kurses schafft es ohne völlig verkrampfte Hände etwas zu erarbeiten. Dann hat man höchstens 90 Minuten Unterricht jede Woche, sehr unruhige Gruppen (zumindest bei uns) und die Schüler neigen dazu, lieber schnell aufzugeben als sich durch etwas durchzubeißen.
Um sie nicht total zu frustrieren habe ich heute Referate angeboten. Und vielleicht wird es sogar spannend. Zwei muslimische Mädchen wollen z.B. über die Spitzenhäkelei berichten, die sie aus ihren Familien kennen, drei Jungs wollen versuchen die Wellpappcharkha nachzubauen, ...

Handarbeiten hat wohl auch kein großes Ansehen, so hat es unsere neue Rektoren doch glatt als "Basteln" abgetan. Die Kollegin, um die es ging, strickte gerade und war daraufhin durchaus gekränkt.

Da ist kräftiges Werben nötig. Auch muss es irgendwo Texte geben über den Wert von Stricken und Häkeln zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit. Wenn da jemand was weiß - die besagte Kollegin und ich suchen das jetzt nämlich. ;)

LG Rayarosa

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BeitragVerfasst: 02.11.2010, 22:56 
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Ich denke ,das ist je nach Bundesland unterschiedlich und auch vom Bildungsweg abhängig. Im Gymi haben die hier kein Handarbeiten oder Werken in Bayern. Ist im Lehrplan nicht vorgesehen, meines Wissens.
Obwohl ich ja nach wie vor der Ansicht bin, dass man vieles im wahrsten Sinne des Wortes begreifen muss.

Deinen Ansatz find ich gut Rayarosa.

Karin

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BeitragVerfasst: 02.11.2010, 23:02 
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Ich habe den Beitrag leider nicht gesehen, da ich das Bayrische Fernsehen nicht empfange. Schade.
Zum Unterricht an den Schulen möchte ich nur sagen, daß ich es mir gar nicht vorstellen kann, wie eine Lehrerin in 2 Werkstunden pro Woche den Kindern Stricken oder Häkeln beibringen kann. Im Idealfall sind es kleine Gruppen. Bei uns sind 19 Kinder in der Klasse, aber das stelle ich mir schon schwierig vor. Ich habe es auch nicht wirklich in der Schule gelernt, sondern daheim bei meiner Oma, weil sie sich die Zeit genommen hat und mit mir hingesetzt hat. Bei meiner Tochter sehe ich das gleiche, die erste Masche an der Nadel muß nach wie vor ich stricken. :) Und ich habe am Anfang auch einige Zeit investiert. Da komme ich selbst zu nichts mehr. :)
lg Adsharta

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BeitragVerfasst: 02.11.2010, 23:07 
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Ist ne gute Frage, ich denke es hängt schon wie Rayarosa sagte ein bißerl mit der schlecht trainierten Motorik zusammen.
Ich hab in der Schule auch gestrickt, 3. Klasse glaub ich ( konnte es aber schon vorher etwas). Wir waren 35 , das hat eigentlich sehr gut geklappt.

Ui 19 Schüler, das ist ein Traum.
Ist mit Sicherheit eine sehr erstrebenswerte Klassenstärke. Bei Rebecca in der 9. sinds auch 35. Die Hälfte wäre wesentlich effektiver.

Nun sind wir total vom Thema ab, ich trenn das morgen früh mal ab :-))



Karin

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BeitragVerfasst: 02.11.2010, 23:15 
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shorty hat geschrieben:
Ich denke ,das ist je nach Bundesland unterschiedlich und auch vom Bildungsweg abhängig. Im Gymi haben die hier kein Handarbeiten oder Werken in Bayern. Ist im Lehrplan nicht vorgesehen, meines Wissens.
Obwohl ich ja nach wie vor der Ansicht bin, dass man vieles im wahrsten Sinne des Wortes begreifen muss.
...

Das ist hier in Niedersachsen auch nicht anders ... kein Handarbeiten, kein Werken im Gymnasium ... vorgesehen, wenn ich mich recht erinnere mit 3 Stunden auf zwei Wochen, nur in der Hauptschule :fear: In der Grundschule gab es das aber auch nicht ... nur als 1wöchiges Projekt wurde es mal angeboten. Mein Sohn hat bei mir ein bissel was gelehrnt ... ein wenig sticken (reicht für Geburtstagskarten), ein bissel stricken und ans Spinnrad geht er auch schon mal ;) Ich finde es total schade, dass sowas nicht mehr in der Schule auftaucht :(

Ich hatte mir die Sendung auch angesehen ... zusammen mit Sohnemann ... war aber auch nicht soooo begeistert, außer von dem Stickladen und der dazugehörigen Gruppe ... die fanden wir total toll :) Bei den Spinnerinnen meinte mein Söhnchen: Mama, das kannst Du aber feiner :totlach: ;)

Grüßles
SaLü

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Zuletzt geändert von SaLue am 02.11.2010, 23:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 02.11.2010, 23:15 
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Na, wenn du es eh abtrennst. :)
Wir waren in der Volksschule in Wien auch 30 Schüler und wir haben auch gestrickt, aber über die größten Hürden hat mir die Oma geholfen.
Ohne jetzt eingebildet rüber zu kommen, meine Tochter ist sowohl grob- wie auch feinmotorisch ziemlich gut. Die Volksschullehrerin hat mit ihnen in der ersten Werkstunde schneiden geübt, das war meiner Tochter ziemlich zuwider, weil die schon mit 4 Jahren Fahrräder aus irgendwelchen Katalogen ausgeschnitten hat.
Aber ich bin trotzdem sicher 2 Stunden bei ihr gesessen, habe sie zuerst auf meinem Schoß genommen, ihr die Fadenführung gezeigt, mit ihr zusammen gestrickt, dann als sie es so einigermaßen heraus hatte, kam natürlich immer der Hilfeschrei, wo Mama sofort laufen mußte. Ich kann mir das im normalen Unterricht überhaupt nicht vorstellen. Aber vielleicht täusche ich mich ja, mein Sohn ist jetzt in der dritten Klasse und angeblich wird heuer gestrickt, zuerst scheinbar auf der Strickmühle. Dann werde ich mal berichten.
lg Adsharta

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 08:36 
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Es ist genauso, wie Ihr sagt. Und ich bin gewarnt worden - mach das bloß nicht!

Aber ich habe mir noch was anderes dabei gedacht. Wie soll ein Mensch den Wert von handgearbeiteten Produkten schätzen können, wenn er nicht die Mühen des Herstellungsprozesses einmal kennengelernt hat?
Wie den Wert von Produkten aus der eigenen Region erkennen, statt wie in unserem Beispiel Fleisch und Wolle aus Australien und Neuseeland? Und man könnte weiterführen, wie wir Märkte in anderen Ländern zerstören durch unsere Billig-Exporte.

Drei Schülerinnen wollen etwas erarbeiten über Kinderarbeit in der Textilindustrie.
Und in den Referaten kann auch erabeitet werden, wie schwierig die berufliche Situation für Landwirte ist bzw. dass man als Konsument durchaus etwas verändern kann. Ausgerechnet eine kleine Vegetarierin hat das Thema "Fleisch" gewählt. Hoffentlich wird das nicht zu hitzig, mit muslimischen Kindern, die das Schächten kennen ... Ich werde im Vorfeld Gespräche führen müssen, damit Fakten ohne Kränkungen geboten werden.

Auch in Hessen gibt es auf Gymnasien kein Werken oder Handarbeiten mehr. Wir sind aber eine Gesamtschule mit einem hohen Anteil an Hauptschülern. Im Werken haben wir fast immer 20 Schüler in den Gruppen. Im Klassenverband meistens knapp 30 Schüler.
Deshalb erlaube ich auch, dass zuhause erklärt und nachgeholfen wird beim Häkeln. Es ist eine Erfahrung und auch wenn es nicht geklappt hat wertvoll - in meinen Augen. Für die die keine Unterstützung haben, sind nun die Referate da. Die Charkha aus Wellpappe wiederum ist etwas zum Tüfteln, beinahe zum Nulltarif. Darauf bin ich wirklich gespannt.

LG Rayarosa

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 08:44 
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Berichte mal von den Charkhas, das finde ich sehr interessant, einfach auch für die Jungs. Nicht jeder hat den Mut zum spindeln, aber so tüfteln glaub ich eher.

Noch so allgemein, ich finde Häkeln z.B. für Kinder viel einfacher als stricken, war zumindest die Technik, mit der sich Rebecca deutlich leichter tat.
Ich glaub das Problem ist auch, weil ein jeder anders lernt.
Hinzu kommt auch noch, dass das Handarbeiten früher doch sehr viel mehr ausgeübt wurde, die Kinder allein schon vom zusehen nebenbei da eine Menge abgeschaut haben, auch unbewusst.
Im übrigen habe ich Rebecca , die ich nun handarbeitlich nicht gerade herausragend begabt nennen würde nur die Grundtechnik grob gezeigt. Da jeder die Hände ganz verschieden hält, kommt alles weitere nur durch Übung und Selbsterfahrung, für mein Lernverständnis

Karin

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 08:53 
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In unseren Schulen rundherum gibt es kein Handarbeiten mehr. Viel wichtiger findet es das Schulamt oder wer auch immer zuständig ist, spätestens alle 2 Jahre die Computer aufzurüsten. In der Grundschule!! Tut mir Leid, ist mir nicht ganz eingängig.
Handarbeiten kennen die Kinder nicht mehr.
Irgendwann wird dann wieder laut geschrieen, dass "Spezialkurse" etc. angeboten werden müssen, Ergotherapie gemacht werden muss, weil die Kinder gewisse motorischen Fähigkeiten völlig verloren haben, oder nicht mehr rückwärts laufen können...

Meine Tochter hatte eine AG, da wurde gestickt. Das war alles.
Ab und zu bin ich zur Vertretung in der Schule. Ehrlich gesagt, ich stelle mir das extrem schwierig vor, die Kinder in Handarbeiten zu unterrichten. Sie sind teilweise dermaßen aufgedreht, können sich überhaupt nicht konzentrieren und haben auch verlernt, mal einige Zeit sitzen zu bleiben und konzentriert etwas zu machen.Weil es eben auch in anderen Fächern nicht mehr verlangt wird. Momentan gibt´s hier Referendare, die das Thema "Bewegte Schule" umzusetzen versuchen, und zwar mit Achtung, jetzt kommt´s: abgetrennten Klassenraumteilen, in denen1-2 weiche Matten liegen, auf die die Kinder sich während des Unterrichtes, wenn sie sich erschöpft fühlen, legen können, und von anderen massiert werden können.
KEIN WITZ!

Meiner Tochter habe ich verzweifelt versucht, Häkeln oder Stricken nahezubringen. Kein Interesse.
Als Vorbild scheine ich auch nicht zu taugen, sie wird nicht gerade angeregt durch meine exzessiven Handarbeiten. Irgendwann hat sie sich dann doch mal hingesetzt und einen Schal gehäkelt. Um ihn der Oma zu schenken. Tja, das war´s dann. Denn die Oma hat das Teil genommen, kurz "Danke" gesagt, beiseite gelegt und sich tierisch über gekaufte Pralinen gefreut.
So viel zum Thema Wertschätzung von Selbstgemachtem.
Sehr traurig und frustrierend für diejenigen, die sich lange Mühe gegeben haben!

Wenn ich so drüber nachdenke werde ich immer frustrierter... :((((

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...und noch schöne Grüße von hubi


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 09:26 
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Sei nicht frustriert drüber, ich denke Handarbeiten liegt einfach auch nicht jedem.
Was ich aber ganz wichtig finde, Möglichkeiten aufzeigen, Freude weitergeben, aber keinen Druck machen.
Vieles hat sich verändert im Schulwesen, das sehe ich auch so. In der Grundschule muss der Compi nicht sein, aber spätestens ab der weiterführenden Schule ist er heutzutage nicht mehr wegzudenken.
Es kommt eher auf die Nutzungsart und Dauer an, der Computer kann auch eine Chance sein, neue Wege ,Möglichkeiten bieten.
Daniel ist ja motorisch sehr eingeschränkt hat aber im Gegensatz zu Rebecca , die 1 1/2 Jahre älter ist, zwei Laptops, weil er damit in der Schule arbeitet. Mit dem Stift schreiben kann er nur seinen Namen, alles andere ist utopisch.
Mit dem Laptop widerum geht das schreiben recht gut.

Ich denke die versch. Sparten müssten sich nicht ausschliessen.
Es sollte da mehr schulische Flexibilität geben, auch in der Lernmethodik.

Wir haben ja von der Handspinngilde schon mehrfach auch in Schulen gearbeitet, bisher waren die Erfahrungen da recht gut. Die Kinder sind meist sehr wissbegierig. Natürlich manche mehr , manche weniger eifrig.
Sehr gut zu begeistern waren die Jugendlichen eigentlich mit den Häkelbeanies ( Mützen) und Stirnbändern, die sind einfach trendy.


Karin

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 09:47 
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Kammzug
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Ich glaub, da hab´ich nochmal was losgetreten.... Es ist aber interessant, die verschiedenen Meinungen und Erfahrungen zu lesen.

Zur Schule noch mal: Bei meinem Sohn waren die Handarbeiten auch im Fach Werken und Textiles Gestalten untergebracht. Mir ist es dabei gar nicht wichtig, daß es ein eigenes Fach Handarbeiten gibt. Bei dieser Mischung konnte sich jeder/jede wenigstens irgendwo mal ausprobieren. Wer sagt denn, daß die Mädchen mit Wolle und Stoff und die Jungen mit Holz arbeiten müssen? Sollen doch die Kinder ausprobieren!!! Nur so können sie auch was neues kennenlernen. Die Lehrerin hat sich auch jede Mühe gegeben. Bis dahin also alles im grüenen Bereich und mehr verlange ich von der Schule auch nicht.

Obwohl ich Sohneman ja helfen könnte, wollte er das Strickprojekt aber selber fertigbringen. Im Gegensatz zu manch seiner Mitschüler/-innen. Entweder hatten die zu Hause zu viel zu tun oder die Eltern waren einfach zu ungeduldig, jedenfalls haben Sie dann die Hausaufgaben ihrer Kinder gemacht (also nicht nur geholfen!). Dies finde ich nicht gut, so können die Kinder ja gar nicht üben und dies finde ich auch für die Kinder als demotivierend.

Demotiviert wurde auch meine Kleine kurz vor den Sommerferien, aber im Kindergarten. Zu Hause wollte sie unbedingt Weben lernen. Leider fehlte am Kinderwebrahmen irgendwas. Am nächsten Tag kommen wir in den Kindergarten und es liegen Webrahmen auf dem Tisch. Ich also zu ihr: "Da kannst Du ja fragen, ob Du mitmachen darfst". Nein, durfte sie nicht, sie war da noch kein Vorschulkind. Wir haben einen Kinderwebrahmen besorgt, aber da wollte sie dann nicht mehr.

Aber wir werden zu Hause immer wieder mal Handarbeiten machen, und sie wird sicher auch immer mal wieder was ausprobieren, genauso wie die drei Jungs. Jeder so wie er möchte. Damit glaube ich, werde ich mehr Erfolg haben als jeder Zwang. Und wenn die Jungs nur das Kardiertier bediehnen oder Handspindeln bauen, dann müssen sie sich ja auch mit dem Endprodukt auseinandersetzen.

Und wenn ich mal so schaue, was es für ein Wollangebot gibt und wie viele Handarbeitszeitungen es gibt, dann kann ich gar nicht traurig sein. Wir müssen es halt schaffen, daß die Handarbeit nicht so "versteckt" gelebt wird. Spinntreffs, Strickcaffes, Handarbeitsnachmittage find ich eine super Idee. So was sollte es in jedem Ort geben. Aber häufig fehlt es hier an den passenden Räumen.

Viele nachdenklichen Grüße


Mamabine

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 10:55 
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Ui Ui UI - das sieht ja mau aus - auf unserer (Waldorf-)Schule ist Handarbeiten von Tag 1 dabei. In der 1. Klasse lernen die Kinder erstmal Wolle zupfen, dann selbst einen kleinen faden daraus rollen, dann alle zusammen einnen langen faden. danach Schmirgeln sie sich Stricknadeln aus Holz....
Und dann kommt scho n d as Stricken. Sie stricken einen Ball, ein Schaf, ne Flötentasche, einen Schäfer, pulswärmer etc.
In der 2. Klasse lernen sie Häkeln. Topflappen sind auch dabei.
In der 3. stricken sie sich Schal und Mütze.

In der Pupertät kommt dann das Nähen mit der Tretnähmaschine (Schlafanzüge, Nachhemden, Hemden und Kleider)- um alle Körperglieder wieder zu koordinieren, die hängen in der Pupertät ja immer etwas ungesteuert herum :rolleyes:

Und so geht das weiter...

Mein Sohn (8 Jahre kann besser stricken als ich) ist auch im Spinnen nicht ungeschickt. Spinnen kommt übrigen dann auch in der Mittelstufe oder so.

Ich bin sehr froh darum, daß es trotz der KLassengöße von 38 kindern so gut klappt. Am Anfang werden die Kinder in 2 Gruppen geteilt und nach ca 4x Stricken können die das alle irgendwie. Sitzen dann um einen großen Nähtisch herum, bekommen vorgelesen und stricken. Schön auch, daß ausschlieslich 100%Schafwolle und keine Polyquiesch benutzt wird, denn es fühlt sich ja doch völlig anders an.

lg, Zinnober

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Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.

http://www.hilshof.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 11:17 
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Bei mir gab es in der Grundschule auch noch die Fächer Handarbeiten für die Mädchen und Werken für die Buben.

Wir fingen mit Sticken an und gingen dann über Häkeln, Stricken zum Nähen von Hand und dann mit der Nähmaschine.
Schlimm war es wenn man beim Stricken einen Fehler hatte, dann musste man zur Lehrerin an den Pult gehen und sich in eine endlos lange Schlange einreihen damit sie helfen konnte.

Heute bin ich froh dass ich das alles gelernt habe.

Meine Kinder hatten in der Grundschule Häkeln und Stricken. Das waren aber eher halbherzige Versuche von Seiten der Schule.

Einer meiner Söhne ging in die Waldorfschule. Er ist der einzige, der handarbeiten, werken, töpfern, Gartenarbeit, Feldarbeit und viele andere Dinge gelernt hat. Er ist auch der einzige, der einen Knopf annähen kann.

Was mir zu denken gibt ist:

Zwei meiner Kinder haben von Handarbeit wenig Ahnung. Meine Tochter ist Lehrerin. Sie könnte keinem Kind das Häkeln oder Stricken beibringen.

Falls in Zukunft Handarbeit unterrichtet werden sollte, dann müssen die jeweiligen Lehrer/-innen es meistens erstmal selbst lernen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 12:21 
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Designergarn
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Nicht jeder Lehrer muss stricken können. Dafür gibts ja Fachlehrer :-).
Wenn Deine Tochter, die Fächer die sie unterrichtet gut macht, glaube ich brauchst Du Dir da keine Sorgen machen. Kein Lehrer kann alles :-)

Die Fachlehrer gäbe es schon nach wie vor, allerdings sieht der Lehrplan das gar nicht mehr vor. Sprich andere Fächer sind in den Vordergrund gerückt, Fremdsprachen ,IT usw.
Meines Wissens sind die Waldorf Schulen da so ziemlich die einzigen , welche das durchgehend auch in höheren Klassen miteinbeziehen.

Da muss man einfach sehen, welche Begabung hat das Kind, gibt es wohnortnah Alternativen, was hat man später so im Sinn ( wobei das natürlich schwierig abzuschätzen ist :-)


Karin

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinder und Handarbeiten
BeitragVerfasst: 03.11.2010, 12:33 
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Genau hier sehe ich eines der Probleme: Es kommen Menschen zusammen, die Handarbeiten erst lernen m ü s s e n und Kinder, die gar keinen Sinn darin sehen, es zu lernen. Da kann nichts draus werden.

Wenn die Kinder aber spüren, daß Handarbeiten Spaß machen, da etwas Brauchbares entsteht, es nicht so schlimm ist, wenn mal ein Fehler passiert und man auch Anerkennung bekommen kann, dann sind die Zwerge doch alle mit Begeisterung dabei. Dies gilt besonders für Kindergarten und Grundschule. Da macht es auch nichts, wenn im Teenealter mal pausiert wird, oder wenigstens nicht so öffentlich gehandarbeitet wird. Wenn es dann um Mode geht, ist das ja auch derzeit ein Vorwand, die Stricknadeln in die Hand zu nehmen.

Es müßte halt (den älteren) Lehrern beigebracht werden, daß Handarbeit die Motorik und vorausschauendes Denken schult. Und dies müßte auch den Eltern beigebracht werden, denn es hilft der beste Lehrer nichts, wenn die Eltern üben.

Außerdem müßten die Handarbeiten aus der "Sonderlingecke" raus. Sollte es nicht normal sein, wenn jemand in einem Cafe sitzt und strickt (z.B. statt zu Rauchen). Wenn die Kinder sehen, daß Handarbeiten Spaß machen, dann werden sie sich auch ihre eigene suchen.

Mamabine

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