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 Betreff des Beitrags: Trevors Spinnkopf (Tuning Traveller)
BeitragVerfasst: 08.07.2016, 19:36 
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Kardenband
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Wie hier viewtopic.php?f=14&t=27624 angekündigt, möchte ich noch einige Bilder und Sätze zum zweifädigen Ashford Standardspinnkopf bzw. zu seinem Verbesserungspotential einstellen. Die Ausgangsbasis für den Umbau bildete ein seit Jahren herumliegender Ashford-Standardflügel mit dem zugehörigen Wirtel (altes Modell mit nur zwei Rillen). Fünf ebenfalls seit längerer Zeit vorhandene einfädige Standardspulen (ebenfalls die alten Modelle, ohne Gleitbuchsen) sollten umgearbeitet werden und den Flügel & Wirtel ergänzen.
Dateianhang:
Spinnkopf_mod_gesamt_1.jpg
Dateianhang:
Spinnkopf_mod_gesamt_2.jpg
Dateianhang:
Spinnkopf_mod_gesamt_3.jpg

Der Flügel
sollte statt der Häkchen zwei Schiebehaken erhalten, für mehr Komfort und ein besseres Befüllen der Spule. Für die aus Edelstahl-Schweißdraht gebogenen Schiebehaken müssen allerdings die Holme entlang ihrer Länge einen gleichbleibenden Querschnitt haben, was bei dem hölzernen Standardflügel nicht der Fall ist. Nachfolgendes Foto zeigt das Prinzip der durchaus simplen Änderung:
Dateianhang:
Flügel_mod1.jpg
Die Außenkontur bleibt unangetastet, von innen wird das überflüssige Material entfernt. Ich habe es so gemacht, dass ich das an der Holmspitze abgegriffene Breitenmaß in der Schieblehre arretiert habe, und anschließend habe ich die Schieblehre direkt zum Anriss verwendet.
Dateianhang:
Anriss_mit_Messschieber_1.jpg
Die Außenkontur des Holms dient dabei als Führungskante für die Schieblehre, mit der Spitze des Tiefenmeßstabs kann man so eine sehr gut parallele Kurve auf das Holz ankratzen.
Dateianhang:
Anriss_mit_Messschieber_2.jpg
Die Übergangsrundungen am inneren Ende des Flügels können z.B. mit Hilfe einer Radienschablone angezeichnet werden.

An einer so angerissenen Linie entlang wird der Sägeschnitt geführt. Ich habe dazu meine Dekupiersäge benutzt. Hätte ich sie nicht, wäre es sicherlich kein Problem mit einer Laubsäge zu arbeiten. Die Endbearbeitung erfolgt mit Schleifpapier, bei ständiger Kontrolle mit der Schieblehre. Das finale Breitenmaß (bei mir ca. 7,5 mm) ist dabei weniger wichtig als seine Gleichmäßigkeit entlang der Holmlänge bzw. die Symmetrie der beiden Holme zueinander.

Die Oberflächenbehandlung erfolgte mit Spiritusbeize und Leinos Hartöl Spezial, mittlerweile bei uns eine Standardprozedur.
Dateianhang:
Schiebehaken.jpg

Die aus einem 1,6 mm dickem Draht freihändig gebogenen Schiebehaken sind auch nichts Neues, sie entsprechen bis auf die geringere Gesamtgröße exakt der hier viewtopic.php?f=14&t=26272&start=15 auf der 2. Seite geposteten Fotostrecke.

(wird fortgesetzt)


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BeitragVerfasst: 08.07.2016, 19:59 
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Kardenband
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Spulen und Wirtel

Bei diesem Umbauabschnitt verfolgte ich hauptsächlich die praktische Erprobung der hier viewtopic.php?f=19&t=28075 aufskizzierten Ideen. Gleichzeitig sollte das Rad dadurch an die individuellen spinntechnischen Vorlieben und Bedürfnisse meiner schnellspinnenden Frau angepasst werden. Aus diesen Überlegungen heraus und auf der Basis des zur Verfügung stehenden Materials erstellte ich folgende Zeichnung:
Dateianhang:
Wirtel_Spule_Skizze_2.jpg

Der Stufenwirtel entspricht sowohl von seinem Konstruktionsprinzip als auch von der angewendeten Herstellungstechnologie der hier viewtopic.php?f=19&t=26273 beschriebenen Vorgehensweise. Allerdings musste ich diesmal nicht von vorn anfangen, sondern hatte den serienmäßigen Ashfordwirtel als vorgefertigtes Halbzeug zu Verfügung. Mit Berücksichtigung der vorhandenen Werkzeuge habe ich für die vorgesehene Antriebsschnur (rundgeflochtene Drachenschnur aus Polyester mit 1,6 mm Durchmesser) eine 2,75 mm tiefe und an ihrem Grund 0,6 mm breite Rille mit einem Flankenwinkel von ca. 28° vorgesehen. Von diesen Rillen konnte ich 7 Stück in dem Ashfordwirtel „unterbringen“, was bei den gewählten Durchmessern eine theoretische Übersetzungsspanne zwischen ca. 9,3:1 und 23:1 bedeutet.

Bei der näheren Untersuchung der vorhandenen Spulen hat sich jedoch gezeigt, dass diese so miserabel verarbeitet sind, dass sich der Umbau wahrscheinlich nicht lohnen würde. Daher habe ich für diesen Zweck 4 neue zweifädige Ashford-Hochgeschwindigkeitsspulen gekauft. Zufällig zum etwa gleichen Zeitpunkt las ich im hiesigen Forum den Tipp (vielen Dank an fischerin, ohne Deinen Hinweis würde mir bestimmt nicht einfallen diese Spulen einzubeziehen), dass die Ashford Spulen für den Schiebehakenflügel etwa so groß sein sollen, dass zwei Standardspulen darauf verzwirnt werden können. Also wurden auch von dieser Sorte direkt zwei Stück mitbestellt.

Da Ashford mittlerweile eine völlig andere (deutlich größere) Gleitbuchse einsetzt, konnte ich bezüglich der Spulen die Zeichnung nicht umsetzen, und musste die Rillen auf etwas größeren Durchmessern einstechen.
Dateianhang:
Lagerbuchsen_neu.jpg
Daher können von den 7 Rillen des zu dem Zeitpunkt bereits fertig gedrehten Wirtels für diese Spulen nur 5 genutzt werden. In die kleineren Spulen konnte ich darüber hinaus nur zwei Rillen einstechen, bei den größeren reichte der Platz für 3 Rillen.
Dateianhang:
kleine_Spulen_1.jpg
Dateianhang:
Sliding_Hook_Spule.jpg
Dateianhang:
Größenvergleich1.jpg
Dateianhang:
Spulenrillen.jpg
Von den 4 Hochgeschwindigkeitsspulen habe ich nur zwei wie beschrieben modifiziert, die restlichen beiden lediglich durch vorsichtiges Überdrehen der wesentlichen Flächen auf einen akzeptablen Rundlauf optimiert.
Dateianhang:
SHS_im_Normalflügel1.jpg

Hier ist die große Spule auf die Spindel des serienmäßigen Normalflügels „bis zum Anschlag“ aufgeschoben. Axial fehlen vielleicht nur 12 mm. Durch das Abspecken der Holme und das Anschrägen der einzugseitigen Spulenscheibe passt sie dann optimal.
Dateianhang:
220g_auf_der_Spule.jpg
Übrigens sind im letzten Bild knapp über 220 g Single auf der Spule zu sehen, vielleicht 5 bis 10 g würden sicher zusätzlich noch Platz finden. fischerin lag mit ihrer Aussage also richtig.

Nach anfänglichen Problemen mit einer von der Spule abspringenden Schnur wurde diese gegen eine minimal Dünnere getauscht (statt D=1,6 mm ist jetzt eine mit D=1,4 mm im Einsatz). Danach haben wir nicht schlecht gestaunt, welche Eigenschaften das getunte Traveller präsentierte, näheres siehe Theoriethread viewtopic.php?f=19&t=28075.


(wird fortgesetzt)


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BeitragVerfasst: 08.07.2016, 20:12 
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Kardenband
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Nachträgliche Ergänzungen

Aufgrund der ausgeprägten Begeisterung meiner Frau für das modifizierte Traveller habe ich das Set um einen zweiten langsameren Wirtel ergänzt.
Dateianhang:
großer_Wirtel.jpg
Dieser soll die Verwendung der bisher vorhandenen ungetunten Originalspulen ermöglichen bzw. soll er den Übersetzungsbereich in Richtung langsam erweitern (7 Übersetzungen zwischen ca.14:1 und 7,4:1). Dann wurde noch eine Düse aus Delrin gedreht, mit der man die Einzugsöffnung temporär von ca. 9,5 auf 3,2 mm reduzieren kann.
Dateianhang:
Düse1.jpg
Da ein so mickriger Einzugshaken nicht im Hause war, habe ich auch diesen noch schnell nachgefertigt.
Dateianhang:
Einzugshaken_klein.jpg
Obwohl der Spinnkopf auch vorher schon recht ruhig lief, wollte ich mit der Düse den Faden zentrieren und dadurch den ggf. vom herum kreisenden Spinnfaden resultierenden Vibrationen vorbeugen. In der Praxis zeigt die Düse jedoch keine erkennbare Wirkung, weder positiv noch negativ.
Dateianhang:
schnelle_Spulen_1.jpg
Dateianhang:
schnelle_Spulen_2.jpg

Die vorläufig letzte Ergänzung waren zwei zusätzliche Spulen, die entsprechend der obigen ursprünglichen Skizze klein eingestochene Rillen haben. So werden wir irgendwann endlich testen können, wie sich Trevor bei 23:1 verhält (bisher waren sie noch nicht im Einsatz). Auf den Fotos kann man sie an den selbstgedrehten weißen Lagerbuchsen erkennen. Nachdem ich die alten Ashford Originalbuchsen vermessen und eine Lagerluft bis über 0,35 mm festgestellt habe, habe ich mich mit Blick auf die zu erwartenden Drehzahlen jenseits von 1300 U/min für den Eigenbau entschieden. So konnte ich deutlich kleineres Lagerspiel von nur 0,08 mm erzielen, wovon ich mir mehr Laufruhe verspreche. Wenn wir es getestet haben, werde ich berichten.

Von den beschriebenen Änderungen schätzt meine Frau besonders die gutmütigen Eigenschaften und die Leichtgängigkeit des Rades (beides ist auf die gewählten Rillenprofile zurückzuführen), und auch die großen Spulen findet sie sehr praktisch (Einsatz erst durch die Änderung des Flügels möglich). Von den vielfältigen Möglichkeiten, die der Einsatz der sowohl an der Spule als auch am Wirtel vorhandenen mehreren gestuften Rillen bietet, nutzt sie bisher nur ein Teil. Diese Möglichkeiten sind aber da, und können bei Bedarf jederzeit genutzt werden. Meine ursprünglichen Bedenken bezüglich der ziemlich breit auseinander gezogenen „Hälften“ der Antriebsschnur haben sich anfangs zwar bestätigt, konnten jedoch durch den Tausch der Schnur ausgeräumt werden.
Dateianhang:
Antrieb_breit.jpg

Der zusätzliche Wirtel ist im Zusammenspiel mit den original belassenen Spulen nützlich. In unserem konkreten Fall jedoch nur bedingt, denn es gibt wohl genug an maßgeschneiderten schnellen Spulen, die wohl bevorzugt benutzt werden.
Dagegen hat sich die Düse (subjektiv) als nutzlos gezeigt. Wahrscheinlich ist die originale Einzugsöffnung mit ca. 9,5 mm klein genug, um keine feststellbaren Schwingungen vom Spinnfaden entstehen zu lassen.

Abschließend noch ein Familienfoto, wie sich´s gehört:
Dateianhang:
Familienfoto.jpg

Beginnend von links unten im Uhrzeigersinn:
- Standardspule mit zwei Rillen, entstanden aus der serienmäßigen Hochgeschwindigkeitsspule, Übersetzungen bis zu ca. 15,5:1 sind möglich
- Standardspule mit drei Rillen, entstanden aus der serienmäßigen einfädigen Standardspule, Übersetzungen bis zu 23:1 sind möglich
- Spule mit doppeltem Fassungsvermögen und drei Rillen, entstanden aus der serienmäßigen zweifädigen Spule für den Schiebehakenflügel, Übersetzungen bis zu ca. 15,5:1 sind möglich
- auf akzeptablen Rundlauf optimierte serienmäßige Hochgeschwindigkeitsspule, Übersetzungen bis zu ca. 15,5:1 sind möglich
- zweifädige Standardspule ohne jegliche Änderung, Übersetzungen bis zu ca. 11:1 sind möglich
- in der Mitte der kleine Wirtel.

Der größere Wirtel konnte am Fototermin nicht teilnehmen, denn er war zusammen mit einer der neuen Spulen im Einsatz. Sie drehten am Rad ;) .

Gruß
Borek


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BeitragVerfasst: 09.07.2016, 07:57 
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BeitragVerfasst: 09.07.2016, 09:10 
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BeitragVerfasst: 11.07.2016, 16:15 
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Hallo Borek,

über diesen Beitrag und den sicher dazugehörigen Beitrag "Zweifädig stufenweise" muss ich wohl noch etwas nachdenken bzw. diesen öfter lesen. Liegt nicht an Deiner Beschreibung und den Fotos, denn die sind wie immer super gemacht.

Als Anfang lese ich wohl die Physik des Flügelspinnrades. Habe mir darüber noch nie wirklich große Gedanken gemacht oder musste diese mir machen, da unsere Räder eigentlich bei der Instandsetzung immer Werksauslieferungszustand geworden sind (von Kleinigkeiten abgesehen)

Na ja man kann sich ja steigern, was an Dir recht deutlich zu sehen ist. Wie immer Hut ab, auch besonders für das handwerkliche Geschick.

Grüße aus Dresden, auch ein bisschen neidisch.. ;)

Technik der Lisel


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BeitragVerfasst: 11.07.2016, 18:52 
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Wenn ich es richtig verstanden habe wird durch mehrere Wirtel an beiden Positionen die Abstimmung noch deutlich vielfältiger.
Das Einzugsverhalten bei zweifädig ist ja grade bei klassischer Bauweise schon stark vom Wirtelunterschied geprägt, woraus sich durchaus die ein oder andere Anwendungslücke ergibt durch
häufig nur an einer Position versch. Abstufungen.

Diese Version ermöglicht ne ganz andere Breite.

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BeitragVerfasst: 12.07.2016, 12:48 
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Kardenband
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Vielen Dank für Euer Lob.
lisel hat geschrieben:
... unsere Räder eigentlich bei der Instandsetzung immer Werksauslieferungszustand geworden sind (von Kleinigkeiten abgesehen)

Na ja man kann sich ja steigern,...

Zustand wie vom Hersteller ist nie verkehrt, und Du hast durch clevere Ideen immer Beeindruckendes geschafft. Allerdings ist, wie shorty kürzlich anmerkte, bei den Herstellern eine ganze Menge "Luft nach oben" vorhanden.
Und das ist die Lücke, in die man als Privatbastler vordringen kann. Der Hersteller hat (berechtigter Weise) die Wirtschaftlichkeit vor den Augen, er muss von seinem Handwerk ja schliesslich leben können. Der Heimwerker kann sich mehr Qualität durchaus leisten, er braucht sich um Stundenlohn und Profit nicht zu kümmern, denn er kriegt seine Arbeit gar nicht bezahlt, und sein Profit ist die Freude. Und sachlich gesehen kochen beide aus demselben Wasser.

Mit der o.a. Konstruktion wollte ich die Möglichkeiten des zweifädigen Antriebs erweitern und etwa auf das Niveau (bezüglich der Vielfalt) von einfädig mit Spulenbremse bringen. Also sinngemäß das, was Dir shorty bereits geantwortet hat.

Gruß
Borek


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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 13:24 
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Winterzeit = Wirtelzeit, so war es zumindest bei uns im letzten Winter 2016-17.

Neben diesen beiden Exemplaren download/file.php?id=32086&mode=view habe ich in gleicher Serie auch noch zwei neue Wirtel für unseren Traveller Trevor gedreht:
Dateianhang:
Wirtel_neu_groß_1.jpg
Dateianhang:
Wirtel_neu_klein_0915.jpg
Dateianhang:
Wirtel_neu_Skizze.jpg

Gegenüber den alten Wirteln entstanden die Neuen nicht etwa aus Ashford Originalen, sondern wurden diesmal komplett selbst gefertigt einschl. ihrer Metallkerne. Zum einen hatte ich keine weiteren Originalwirtel mehr, und zum anderen wollte ich mich nicht mehr von den vorgegebenen Abmessungen der Originalwirtel einschränken lassen. Somit war ich in der Lage die neuen Wirtel vollkommen frei und individuell zu gestalten und den zur Verfügung stehenden Platz wirklich restlos auszunutzen.

Die neuen Wirtel sind um einige Millimeter länger geworden als die alten. Nachdem ich sämtliche bei uns vorhandenen Spulen vermessen habe, habe ich ein übermäßig großes axiales Spiel der Spule auf der Spindel festgestellt, und habe die Wirtel nach innen (in Richtung Spule) etwas dicker gemacht. Neben der größeren Anzahl von Rillen (neu 10 bzw. 9 gegenüber zweimal 7 alt) sehe ich den zweiten Vorteil in einer besseren Zentrierung des Wirtels auf der Spindel. Der zwangsläufig mit verlängerte Metallkern zentriert sich jetzt mit einer Passbohrung auf der zylindrischen Mantelfläche der Spindel, nicht wie das Ashford Original nur auf dem Gewinde (das ist eigentlich gar keine „echte“ Zentrierung und somit unfachmännisch).
Dateianhang:
Zentrierung_1105.jpg
Auf dem (zugegeben sehr schlechtem) Foto sieht man, dass die Gewindeflanken bei dem linken Metallkern (Ashford Original) bis zu der Stirnfläche reichen, rechts beim Eigenbau enden sie etwa 3 mm tief „im Loch“.

Den Anstoß zur Herstellung der neuen Wirtel bildete ein hölzerner zweifädiger Standardflügel (die alte, mittlerweile nicht mehr verfügbare Ausführung), der vom weiter oben beschriebenen Umbau übrig blieb. Dieser wurde nun ebenfalls umgebaut.
Dateianhang:
Flügel_0917.jpg
Dateianhang:
Flügel_0922.jpg
Das Motiv dabei war die Idee, dass man ihn entweder an der Theodora (ein „Eigenbautradi“, näheres siehe gleichnamiger Thread) einsetzen oder als eine zweite Einheit für Trevor verwenden könnte. Der Messingring auf den Fotos, der zum Längenausgleich zwischen den beiden Spinnrädern dient, ist auf dem Einzugsrohr lediglich reibschlüssig geklemmt. Seine gerändelte Oberfläche ermöglicht das werkzeuglose Abziehen bei Bedarf.

Erst als der zweite Flügel fast fertig wurde, wurde mir bewusst, dass für den gleichzeitigen Einsatz beider Flügel zwei Wirtel fehlen würden.

Die Auslegung der neuen Wirtel bezüglich der hinein konstruierten Übersetzungsreihe ist eine Konsequenz der praktischen Erfahrungen, die wir in den vergangenen Monaten mit den ursprünglichen Wirteln gemacht haben. Diese Erfahrungen haben ziemlich deutlich gezeigt, dass es vorteilhaft wäre, feiner gestufte Übersetzungen zu haben. Damit meine ich nicht die „Geschwindigkeiten“ an sich, sondern die vergrößerte Vielfalt der Einzugsverhältnisse (=der Verhältnisse der Durchmesser der jeweiligen Wirtelrille(n) zu der Spulenrille), näheres dazu siehe hier: viewtopic.php?f=19&t=28075
Weiterhin wurde klar, dass sich meine Frau offensichtlich an diesem konkreten Rad im Bereich zwischen ca. 14:1 und 19:1 am wohlsten fühlt.
Dateianhang:
Übersetzungen_Traveller.jpg

Aus diesen beiden Gründen erstrecken sich die Übersetzungen der neuen Wirtel über einen nahezu identischen Bereich wie vorher, allerdings ist die Übersetzungsreihe um Einiges feiner gestuft. Während man z.B. bei dem kleinen alten Wirtel neben 23,5:1 als die nächst langsamere Alternative 18,7:1 hatte, sind bei der neuen Variante zwei zusätzliche Zwischenschritte möglich.
Dateianhang:
Übersetzungen_Traditional.jpg

Beim Einsatz auf dem Tradi verschiebt sich die gesamte Übersetzungsreihe etwas nach oben, was dem um 100 mm größeren Schwungrad geschuldet ist.

Zu den zwei neuen Wirteln kamen noch vier zusätzliche große Spulen hinzu, die mit den weiter oben Beschriebenen identisch sind. Somit beträgt der aktuelle Spulenbestand 6 große (ca. 220g) und 6 kleine (ca. 120g) Spulen, das könnte vielleicht fürs Erste reichen.

Gruß
Borek


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